900 m² Waschräume für die Gießerei bei Wieland

Innovative Lösungen für Sanitär und Flächenheizung

Neuartige Fußbodenheizung mit Estrichziegeln – Sanitäranlage mit cuprotherm CTX und SANCO

Die langlebigen, vielfach bewährten Markenkupferrohre SANCO für die Trinkwasserinstallation

und cuprotherm CTX der Ulmer Wieland-Werke AG sind für viele Anwendungsbereiche einsetzbar

und eignen sich für technisch anspruchsvolle innovative Lösungen. Der Umbau und

die Erweiterung der eigenen Gießerei am größten Produktionsstandort der Wieland-Werke im

bayerischen Vöhringen bot sich an, diverse technische Lösungen mit Haustechnikrohren weiterzuentwickeln.

Erstmals wurde dort das cuprotherm-Flächenheizsystem mit den flexiblen

CTX-Rohren in Verbindung mit speziellen Trockenestrichplatten und Estrichziegeln verlegt. Im

Sanitärbereich hingegen demonstriert Wieland am aktuellen Bauvorhaben auch die universelle

Einsetzbarkeit des CTX-Rohres. Kombiniert mit SANCO-Trinkwasserrohren wird es für die Anbindung

der Duschen, Waschbecken und WC-Anlagen eingesetzt.

Mit Europas größter Gießerei für Kupferlegierungen, der weltweit modernsten Extrusionspresse für

Nichteisen-Metalle und einem akkreditierten Forschungslabor sowie weiteren Einheiten ist Vöhringen

der wichtigste Produktionsstandort der Wieland-Werke AG. Die Infrastruktur wird an diesem Standort

kontinuierlich ausgebaut und optimiert, Jahr für Jahr werden Millionen Euro in den Standort Deutschland

investiert. Im Zuge der Erweiterung der Gießerei wurden auch großflächige Waschräume für die

Belegschaft ausgebaut und modernisiert. Im Obergeschoss des Gießereihauptgebäudes wurde der

Waschraum mit Duschen, Waschbecken und WC-Anlagen ausgestattet. Die 900 m² Nutzfläche der

Waschräume sind in zwei gleichgroße Bereiche eingeteilt, in eine "schwarze Zone" und eine "weiße

Zone". Der "schwarze" Bereich schließt direkt an den Arbeitsbereich an. In diesem ziehen die Angestellten

ihre Arbeits-/Schutzkleidung aus, was mit einem entsprechenden Staubeintrag verbunden ist

– daher auch die Namensgebung und die räumliche Trennung. Verbunden durch den zentralen

Waschbereich dient die "weiße Zone" entsprechend dem Anziehen der Freizeitkleidung.

SANCO-Rohre mit reduzierter Wanddicke in Kombination mit CTX-Rohr

Entlang der Hauptleitungen wird der gesamte Sanitärbereich über die bewährten SANCO-Trinkwasserrohre

versorgt. Die Abmessungen reichen von 15 mm bis 42 mm, wobei hier bereits SANCORohre

der neuesten Generation verwendet werden. Diese Trinkwasserrohre zeichnen sich in den Abmessungen

ab 28 mm durch reduzierte Wanddicken aus, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Werkstoffes

Kupfer in der Sanitärinstallation weiter erhöht wird. Während die einzelnen Reihenduschanlagen

ebenfalls mit SANCO-Leitungen ausgestattet sind, kommt bei den Toiletten und Waschbecken

eine weitere Lösung zum Einsatz.

Die Vorwandinstallation und hauptsächlich die Stichleitungen wurden mit dem flexiblen Kupferrohr

cuprotherm CTX ausgeführt. Das Markenrohr CTX eignet sich dank DVGW-Zulassung und seiner

leichten Biegbarkeit gerade in solchen Einbausituationen, in denen eine hohe Flexibilität für die Leitungsführung

benötigt wird. Press- und Schraubverbindungen sowie Übergänge auf klassische

SANCO-Abmessungen sind Teil des Sortiments. cuprotherm CTX-Rohre sind in den Abmessungen

genormt und dürfen auch mit freigegebenen Fittings weiterer Hersteller verbunden werden. Durch die

Kombinationsfähigkeit wird es möglich, die komplette Sanitärinstallation einheitlich im Werkstoff Kupfer

auszuführen, also sowohl die Abschnitte, in denen starre Leitungen bevorzugt werden, als auch

die Teilabschnitte, für die flexible Rohrleitungen prädestiniert sind. Dies hatte im vorliegenden Bauvorhaben

einerseits sehr handfeste praktische Gründe, da gerade in industriellen Bauvorhaben aufgrund

häufiger Umbauten stets auf eine herstellerübergreifende Kompatibilität der eingesetzten Systeme zu

achten ist. Auch aus hygienischen Gründen bestand der Wunsch, gerade die Duschanlagen und

Waschräume ohne Mischinstallation zu versorgen und gleichzeitig die natürlichen hygienischen Vorteile

des Werkstoffes Kupfer zu nutzen.

Auch die CTX-Schiebehülsenverbindung kam hierbei zum Einsatz. Die CTX-Schiebehülse wird aus

der von Wieland entwickelten Sonderlegierung CUPHIN gefertigt, die die Anforderungen der novellierten

Trinkwasserverordnung mit Leichtigkeit erfüllt. Das flexible Kupferrohr wird bei dieser Verbindungstechnik

definiert verformt, sodass die Dichtheit allein über metallene und damit keiner Alterung

unterworfenen Komponenten sichergestellt wird. Durch die hohe Festigkeit des Werkstoffes CUPHIN

weist die CTX-Schiebehülsenverbindung auch einen deutlich größeren Strömungsquerschnitt im Vergleich

zu innendichtenden Pressfittings auf: Bei der Abmessung 16 x 2 mm verfügt die Schiebehülsenverbindung

aus CUPHIN zum Beispiel über einen 65 % größeren Strömungsquerschnitt.

Flächenheizung: Sonderlösung mit speziellen Trockenestrichplatten und Estrichziegeln

Parallel zur Sanitärinstallation plante das beauftragte Ulmer Ingenieurbüro Conplaning GmbH auch

die Fußbodenheizung auf Basis von Wieland-Markenkupferrohren. Im Heizungsbereich nutzten die

Wieland-Werke das eigene Bauprojekt ebenfalls als Pilotvorhaben für eine entsprechende Sonderkonstruktion.

Die Herausforderung bestand in diesem Bereich darin, aus statischen Gründen nicht nur

bei der Aufbauhöhe, sondern auch an Gewicht zu sparen.

Deshalb setzten die TGA-Planer Dipl.-Ing. (FH) Daniel Bigos und Dipl.-Ing. (FH) Frank Valencic auf

die Trockenbaulösung des cuprotherm-Systems und verzichteten auf die übliche Nassestrich-Ausführung.

Im Umkleidebereich kamen spezielle Trockenestrichplatten Powerpanel TE von Xella zum Einsatz.

Diese Platten zeichnen sich durch eine enorme Strapazier- und Widerstandsfähigkeit gegenüber

Wasser, einer guten Wärmeleitfähigkeit und geringem Gewicht aus. In den Duschräumen kamen anstelle

des Trockenestrichs jedoch Estrichziegel als Lastverteilschicht zum Einsatz. Die Estrichziegel

wurden in diesem Anwendungsfall dazu genutzt, um darauf ein Gefälle in den Fliesenbelag für den

Wasserablauf einzuspachteln. Auf einem Trapezblech-Unterbau brachten die Mitarbeiter der Ravensburger

Heizungsbaufirma Lohr die Trockenbausystem-Dämmplatte als Basis auf – mit Vertiefungen

zur Aufnahme der Wärmeleitbleche. Nach dem Einlegen der flexiblen cuprotherm CTX-Rohre in die

Systemplatte wurden diese mit den Trockenestrichplatten im Umkleidetrakt abgedeckt. In den Duschen

wurde der Ziegelestrich vom Fliesenleger verlegt – eine Lösungsvariante, welche die statischen

Anforderungen an das Gewicht der Konstruktion mit der notwendigen Stabilität perfekt vereint.

cuprotherm CTX ergänzt cuprotherm-Produktfamilie

Als Ergänzung zum klassischen cuprotherm-System bietet die Wieland-Werke AG mit cuprotherm CTX ein besonders

flexibles Markenkupferrohr, das dem Anwender einen hohen Montagekomfort und darüber hinaus

auch wirtschaftliche Vorteile bietet. Ermöglicht wird dies durch ein leichtes, gewichtsreduziertes Kupferrohr, das

mit einer fest haftenden Kunststoffummantelung versehen ist. Hervorragende Verlegeeigenschaften gewährleisten

eine schnelle und komfortable Montage. Das cuprotherm CTX-Rohr ist eine Lösung für all diejenigen,

welche die Qualität und Langlebigkeit des Materials Kupfer schätzen und zugleich ein sicher kalkulierbares,

preisstabiles Produkt einsetzen möchten. Als Ergänzung der cuprotherm-Familie deckt cuprotherm CTX Wünsche

nach längeren Ringlängen (z. B. 100 m) ab und ist zudem für einen sehr breiten Einsatzbereich vorgesehen.

So kann cuprotherm CTX zur Flächenheizung und -kühlung, Heizkörperanbindung, Betonkernaktivierung

und für Erdkollektoren eingesetzt werden. Die DVGW-Zulassung ermöglicht es, cuprotherm CTX-Rohre

auch für die Trinkwasserinstallation zu verwenden.

Umbau und Erweiterung der Kupfergießerei

Am wichtigsten Produktionsstandort im bayerischen Vöhringen betreibt die Wieland-Werke AG Europas größte

Kupfergießerei. Im Rahmen eines umfassenden Erweiterungs- und Optimierungskonzeptes wurde die Gießerei

umgebaut und um neue Produktionseinheiten erweitert. Die neuen Anlagen wurden im "K3"-Gebäude mit einer

Länge von 76 m, einer Breite von 33 m und einer Höhe von 35 m untergebracht. Errichtet wurden

▪ mehrere Schmelzöfen mit einer Gesamtleistung von 2,8 MW (Industrie-Tiegelöfen)

▪ ein Gießofen mit 20 t Inhalt und 800 kW Induktorleistung

▪ eine Stranggießanlage mit einer maximalen Gießleistung von 22 t pro Stunde (100 bis 530 t pro Tag)

▪ eine Entstaubungsanlage mit einem Volumenstrom von 450.000 Bm³ pro Stunde, drei Filterlinien,

einem 42 m hohen Reingaskamin und einer Ventilatorleistung von 3 x 450 kW.

Mit der Stranggießanlage können Bolzen in Abmessungen von 190 bis 400 mm gefertigt werden, mit Längen

von 650 bis 2.400 mm und einem Gewicht von bis zu 2.500 kg.

Objekt: Umbau/Erweiterung Gießerei, Wieland-Werke AG, Vöhringen

Bauherr: Wieland-Werke AG, Ulm (www.wieland.de)

TGA-Planung: Scherr + Klimke AG / Conplaning GmbH, Ulm

Installation Heizungssystem: Franz Lohr GmbH, Ravensburg