St.-Clemens-Hospital

cupronova-Wandheizsystem von Wieland temperiert OP-Räume

Modernisierung und Erweiterung des Krankenhauses in Geldern

Planer von Krankenhäusern stellen hohe Ansprüche an die Gebäudetechnik. Vor allem in den

Behandlungsräumen müssen strenge Hygienestandards eingehalten werden, was in erster

Linie die Sanitärinstallationen betrifft. Aber auch die bedarfsgerechte Temperierung der Räumlichkeiten

ist stets zu gewährleisten – dies gilt insbesondere für Operationsräume (OP). Hier

eignen sich Flächenheizsysteme besonders, denn sie geben die Heizenergie hocheffizient und

energiesparend in Form von Strahlungswärme ab. Zudem verursachen sie keine Staubaufwirbelung

und tragen damit zusätzlich zur Hygiene im OP bei. Aufgrund dieser Vorzüge setzt

auch das St.-Clemens-Hospital im nordrhein-westfälischen Geldern auf die Flächenheizungstechnologie.

Bei der Modernisierung und Erweiterung des Krankenhauses wurden drei neue

OP-Räume mit dem innovativen cupronova-Wandheizsystem der Ulmer Wieland-Werke AG

ausgestattet. Das System basiert auf einem "Unterwandheizkörper", also einem einbaufertigen

Wandheizelement mit integrierten flexiblen Kupferrohrleitungen. Somit eignet es sich sowohl

für Neubauprojekte als auch für die energetische Sanierung im Bestand. Die Vorzüge der

cupronova-Technologie sind eine einfache und zudem schnelle Montage sowie der energieeffiziente

Betrieb als Niedertemperatursystem, das sich vor allem mit erneuerbaren Energiequellen

wie Solar- und Erdwärme ideal kombinieren lässt.

Das St.-Clemens-Hospital, dessen Träger heute die Caritas Trägergesellschaft Trier e. V. ist, wurde

1843 gegründet und blickt damit auf eine über 160-jährige Geschichte zurück. Nach der Zerstörung

des historischen Gebäudes im Zweiten Weltkrieg wurde das Krankenhaus ab 1945 wiedererrichtet.

1972 fand der Umzug in einen viergeschossigen Neubau mit rund 24.000 m² Nutzfläche statt, der bis

heute in Betrieb ist. Aufgrund von Kapazitätsengpässen wurde das Gebäude in mehreren Bauabschnitten

schrittweise modernisiert und um rund 1.300 m² Nutzfläche erweitert. Im Zuge der baulichen

Erweiterung beschloss die Hospitalleitung auch die Einrichtung von drei neuen OP-Räumen mit jeweils

rund 50 m² Nutzfläche, die mit modernster Technologie ausgestattet werden. Eine zentrale Rolle

kommt hierbei dem Heizungs- und Klimatisierungssystem zu, da der OP-Betrieb zu jedem Zeitpunkt

auf eine konstante, definierte Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit angewiesen ist. Um diesen

Anforderungen Rechnung zu tragen, bedurfte es eines geeigneten Heizsystems. Die Wahl fiel auf die

cupronova-Technologie von Wieland, die in Form von über 130 einzelnen, in Reihe geschalteten

Wandheizelementen, sogenannten Unterwandheizkörpern, installiert wurde.

Strahlungswärme: Erwärmung der raumumschließenden Flächen

Im Vergleich zu konventionellen Heizkörpern, die hauptsächlich die Luft erwärmen, sorgt die cupronova-

Wandheizung durch ihre Strahlungswärme für ein behagliches Raumklima, da der Körper

gleichmäßig von allen Seiten warm angestrahlt wird. Neben dem Komfortbonus bietet die Wandheizung

auch beim Energieverbrauch einen Pluspunkt: Bei gleichem Wärmeempfinden kann die Raumlufttemperatur

um etwa 2 °C gegenüber der herkömmli chen Radiator-Beheizung abgesenkt werden.

Durch die Strahlung erwärmen Wandheizungen wie das cupronova-System hauptsächlich die raumumschließenden

Flächen, also den Baukörper, und weniger die Raumluft. Neben dem hohen Wärmekomfort

kommt bei Wandheizungen ein gesundheitlicher Aspekt zum Tragen: Bedingt durch die Wärmeabgabe

größtenteils über Strahlung findet im Raum so gut wie keine Luftzirkulation und somit auch

keine übermäßige Staubaufwirbelung statt.

Platzsparende Unterwandheizung

Der Hygiene-Aspekt, der Wärmekomfort und die Vorzüge in punkto Energieeffizienz waren wesentliche

Aspekte, die bei der Einrichtung der OP-Räume für die Wahl des Unterwandheizsystems

sprachen. Da bei der Einrichtung der Säle die möglichst optimale Ausnutzung der Flächen zählt,

"spielten auch Platzgründe eine wesentliche Rolle", erklärt der zuständige Bauleiter Jens Klippstein

vom Ingenieurbüro Potthoff GmbH aus Erkrath. "Herkömmliche Heizkörper hätten die Nutzfläche unnötig

reduziert – das cupronova-System hingegen verschwindet dauerhaft hinter der Wand und stellt

auch kein potenzielles Hindernis dar." Das heißt für den OP-Betrieb: eine Gefahrenquelle weniger.

Einfache Montage durch ein innovatives Befestigungssystem

Der cupronova-Unterwandheizkörper besteht aus drei Komponenten: dem werkseitig bereits eingebauten

mediumführenden, ummantelten Kupferrohr, einem ganzflächigen Wärmeleitblech und einer

rückseitigen Wärmedämmung. Als Fertigbauteile sind die einzelnen Wandheizelemente besonders

einfach und schnell installierbar, wodurch der Bauablauf im Vergleich zur Montage herkömmlicher

Heizsysteme erheblich beschleunigt wird. Hierzu trägt auch das innovative cupronova-Befestigungssystem

bei. Zwei verschiedene Montagevarianten sind möglich: die Massivwand-Montage und die

Ständerwand-Montage, die im St.-Clemens-Hospital realisiert wurde. In den OP-Räumen wurden

hierfür vorab vertikale Metallträger eingezogen. Der cupronova-Befestigungssatz ist eine ausziehbare

Montageschiene, die direkt an die Metallständer angeschraubt wird; ein Abmessen ist hierbei nicht erforderlich.

Anschließend werden die cupronova-Wandheizelemente in den Befestigungssatz eingeklipst

– einfach und schnell in der Realisierung. Die Konstruktion des Systems ist so gestaltet, dass

der Unterwandheizkörper mechanisch entkoppelt bleibt und sich somit im Heizbetrieb ungehindert

ausdehnen kann – ein Vorteil, den kaum ein anderes System bietet.

Wichtig bei der Installation ist, dass "die Heizelemente an der Dämmplatte bündig anliegen", betont

der Bauleiter Jens Klippstein vom Ingenieurbüro Potthoff. "Durch die Montageschienen ist beim

cupronova-System das jeweilige Heizelement flexibel installierbar. Dadurch konnten die einzelnen

Bauteile an jeder Wand individuell angepasst werden".

Der Anschluss der einzelnen Wandheizelemente erfolgte mit klassischem Kupferrohr in SANCO-Qualität.

Auch dies konnte zügig und einfach realisiert werden, da der cupronova-Unterwandheizkörper

bereits ab Werk mit dem flexiblen cuprotherm CTX-Rohr ausgestattet ist. Die Anschlussstutzen sind

daher leicht von Hand auszurichten und ermöglichen so eine einfache Anbindung.

Für die Montage auf Massivwänden wird der Unterwandheizkörper seitlich mit einer Montageleiste

fixiert. Lediglich die Montageleiste wird in der Wand befestigt, was wiederum eine mechanische Entkopplung

und damit eine ungestörte Ausdehnung des Wandheizelements im Betrieb ermöglicht.

Wärmeversorgung mittelfristig auch mit erneuerbaren Energiequellen

Das cupronova-Unterwandheizsystem liefert in den drei jeweils knapp 50 m² großen OP-Räumen

eine Heizleistung von 5.100 bis 5.940 kW. Dabei wird eine Temperatur von bis zu 24 °C erreicht. Momentan

wird das Unterwandheizsystem über die Heizzentrale des Krankenhauses mit Wärmeenergie

versorgt. "Mittelfristig wird die Wärmeerzeugung über einen Erdgas-Brennwert-Kessel sowie ein Erdgas-

Mini-BHKW erfolgen – in Verbindung mit einer Holzpellet-Anlage. Damit stellen wir die Energieversorgung

zu einem Teil auf der Grundlage erneuerbarer Energien sicher", erläutert Dipl.-Ing. (FH)

Dirk Lenzing, der Technische Leiter des St.-Clemens-Hospitals, die Zukunftspläne.

Objekt: Erweiterungsbau St.-Clemens-Hospital, Geldern (NRW)

Bauherr: St.-Clemens-Hospital / Caritas Trägergesellschaft Trier e. V., Geldern

(www.clemens-hospital.de)

TGA-Planung: Potthoff GmbH, Ingenieurbüro für Krankenhaustechnik, Erkrath

(www.potthoff-ingenieure.de)

Heizungsinstallation: Craenmehr GmbH, Geldern (www.craenmehr.de)