Erneuerung der zentralen OP-Abteilung im Marien-Hospital Marl:

Wandheizung unterstützt RLT-Anlage für eine optimale Raumlufthygiene

Bei der Planung von Operations-Räumen in Krankenhäusern ist die Qualität der Raumluft

einer der kritischsten Faktoren. Die DIN 1946-4 enthält entsprechend strenge Vorgaben, die

dem Gesundheitsschutz der Patienten und des Personals dienen. Die raumlufttechnischen

(RLT) Hygiene-Anforderungen der höchsten Raumklassen 1a und 1b für die OP-Haupträume

erfordern ausgeklügelte technische Lösungen zur Be- und Entlüftung. Zur effektiven Unterstützung

der RLT-Anlagen in punkto Hygiene-Prophylaxe eignen sich insbesondere Wandheizungen

mit sehr hohem Wärmekomfort. Deren Strahlungswärme unterbindet unnötige Luftzirkulation

und minimiert dadurch den Partikelpegel in der Raumluft. Beim Neubau und bei der

Sanierung von OP-Sälen setzen spezialisierte TGA-Planer nach Erfahrung der Ulmer Wieland-

Werke AG deshalb immer öfter auf die Flächentemperierung über Wandflächen. So auch bei

der Modernisierung der OP-Räume im 1961 erbauten Marien-Hospital in Marl – hier kam eine

cupronova-Wandheizung von Wieland zum Einsatz. Das anspruchsvolle Bauvorhaben wurde

bei laufendem OP-Betrieb in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Abgerundet wird das Modernisierungsprojekt

durch eine neuartige Innenraumgestaltung, die auf maximale Hygiene

ausgelegt ist und eine individuelle Beleuchtung ermöglicht.

Das 1961 erbaute Marien-Hospital in Marl gehört zum Katholischen Klinikum Ruhrgebiet Nord. Mit

600 Mitarbeitern versorgt das Krankenhaus jährlich mehr als 10.000 stationäre und 12.500 ambulante

Patienten. Nach der Renovierung und Erweiterung der Intensivstation erfolgte die grundlegende Modernisierung

der sechs OP-Säle auf drei Stockwerken. Mit der Einführung eines roboterassistierten

OP-Systems sowie modernster Monitoring-Technologien wurde auch die RLT-Anlage auf den

neuesten Stand gebracht. Neben einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung stand vor allem der

Aspekt der Luftführung im Fokus. Das Marien-Hospital verfügt über einen OP-Saal der Raumklasse

1a sowie fünf Säle der Raumklasse 1b.

Um die Lufthygiene der genormten Raumklasse 1a zu erreichen, arbeitet die RLT mit Zuluftdecken,

die so genannte turbulenzarme Verdrängungsströmungen (TAV) erzeugt. Denn ein maßgeblicher

Hygieneaspekt in OPs ist eine Umgebungsluft, die möglichst frei von Staubpartikeln ist. Eine sinnvolle

und sehr effektive Unterstützung bieten dabei Wandheizungen. Im Vergleich zu konventionellen Radiatoren

generieren diese hauptsächlich Strahlungswärme, die selbst keine Luftwalze erzeugt und somit

praktisch keine Auswirkungen auf die hier definierte Luftströmung hat. Dadurch wird die Gefahr

schwebender Staub- und Schmutzpartikel minimiert.

Strahlungswärme für mehr Hygiene und Wärmekomfort

Auf diesen Effekt setzte auch das zuständige Ingenieurbüro Potthoff aus Erkrath bei der Entwicklung

des RLT-Systems, das von einer cupronova-Wandheizung ergänzt wird. Die Anlagenkombination ersetzt

ein zehn Jahre altes System, das auf einer dreistufigen Luftfilterung mit Entfeuchtungsfunktion

basierte. "Dieses Vorgängersystem war zu seiner Zeit bereits der neueste Stand der Technik, was

den Anspruch des Marien-Hospitals unterstreicht, die bestmögliche Technologie für die Raumhygiene

einzusetzen", erläutert der TGA-Planer Dipl.-Ing. Georg Potthoff. "Auch beim aktuellen Modernisierungsprojekt

gilt dieser Anspruch. Deshalb haben wir die Kombination mit der Wandheizung gewählt,

um in allen kritischen Bereichen ausschließlich mit Strahlungswärme arbeiten zu können. Damit erfüllen

wir nicht nur die höchsten hygienischen Anforderungen, sondern bieten dem Personal und den

Patienten auch einen besseren Wärmekomfort." Letzterer hängt mit dem menschlichen Wärmeempfinden

generell zusammen: Strahlungswärme wird angenehmer empfunden als konventionelle

Heizwärme aus Radiatoren. Dies liegt daran, dass Wandheizungen eine gleichmäßige Wärmestrahlungshülle

ausbilden und dadurch Personen von allen Seiten mit Wärme versorgt werden. Gerade für

Patienten mit Minimalbekleidung ist es besonders wichtig, dass ausreichend Strahlungswärme während

der Operation ein Auskühlen verhindert. Neben dem Komfortbonus bietet die Wandheizung auch

beim Energieverbrauch einen Pluspunkt: Bei gleichem Wärmeempfinden kann die Raumlufttemperatur

um etwa 2 °C gegenüber der herkömmlichen Radiat or-Beheizung abgesenkt werden.

Wandheizung als Ständerwand-System ausgeführt

Der cupronova-Unterwandheizkörper besteht aus drei Komponenten: dem werkseitig bereits eingebauten

mediumführenden, ummantelten Kupferrohr, einem ganzflächigen Wärmeleitblech und einer

rückseitigen Wärmedämmung. Als vormontiertes Fertigbauteil sind die Wandheizelemente besonders

einfach und schnell installierbar, wodurch der Bauablauf im Vergleich zur Montage herkömmlicher

Heizsysteme erheblich beschleunigt wird. Hierzu trägt auch das Befestigungssystem bei. Zwei verschiedene

Montagevarianten sind möglich: die Massivwand-Montage und die Ständerwand-Montage.

Letztere realisierte die Heizungsbaufirma Niehaves aus Gescher im Marien-Hospital. In den OP-Räumen

wurden hierfür vorab vertikale Metallträger eingezogen.

Wandverkleidung mit farbigen Glaselementen und LED-Paneelen

Der letzte Arbeitsschritt nach der Installation des cupronova-Systems stellte in den OP-Räumen des

Marien-Hospitals eine Besonderheit dar: Zwischen die Metallträger und vor die Wandheizelemente

wurden blau getönte Glasscheiben eingezogen und zuvor auf die diversen Abmessungen jeweils einzeln

eingepasst. Der Grund für den Einbau liegt zum einen in der zurückhaltenden und gleichzeitig

edlen Optik der Glaswände. "Was jedoch noch viel wichtiger ist: Die mit Glas ausgekleideten Wandflächen

haben einen sehr geringen Fugenanteil und lassen sich sehr gut reinigen", erläutert TGA-Planer

Potthoff. Damit tragen sie ebenfalls zum ganzheitlichen Innenraumkonzept bei, das dem Anspruch

einer bestmöglichen Hygiene Rechnung trägt. Die durchdachte Innenraumgestaltung wird

durch ein innovatives Beleuchtungssystem abgerundet. Es besteht aus LED-Leuchten und Paneelen,

welche die Wände der OP-Säle in verschiedenfarbiges Licht tauchen können. "Das Beleuchtungskonzept

trägt zusammen mit der angenehmen Temperierung und wahlweise auch mit Musikeinspielungen

zum Wohlfühlcharakter der Räumlichkeiten bei", betont Andreas Heidinger, der Technische Leiter

des Marien-Hospitals. "Das spielt eine große Rolle, denn bei einem Großteil unserer Patienten werden

nur kleinere Eingriffe vorgenommen, die meist nicht unter Vollnarkose stattfinden. Entsprechend

liegt uns viel daran, dass sie die OP möglichst wenig belastend finden – ein angenehmes Umfeld hilft

dabei definitiv."

Produktinformation cupronova-Wandheizung

Das cupronova-Wandheizsystem ermöglicht einen besonders sparsamen und ressourcenschonenden Einsatz

von Heizenergie. Dies wird nicht nur durch die optimierte Konstruktion gewährleistet, die eine hohe Wärmeleistung

mit schalltechnischer Entkopplung vereint. Auch die geringe Vorlauftemperatur, die für Flächenheizsysteme

typisch ist, trägt zur Energieeffizienz bei. Mit cupronova bieten die Wieland-Werke auf Basis des

flexiblen Kupferrohres CTX ein System, das sich damit insbesondere für Sanierungs- und Modernisierungsprojekte

im Bestand eignet. Die mäanderförmig vorgebogenen Rohre sind in ein ganzflächiges Wärmeleitblech

eingebettet. Hierdurch erreicht der Unterwandheizkörper sehr homogene Oberflächentemperaturen und eine im

Vergleich zur Flächenheizung konventioneller Bauart hohe Wärmeleistung. Seitliche Abkantungen, die ins

Wärmeleitblech integriert sind, dienen zur Aufnahme der im Systemumfang enthaltenen Befestigungskomponenten.

Auf der Rückseite ist der cupronova-Unterwandheizkörper bereits werkseitig mit einer EPS-Dämmung

versehen. Während die Dämmung die Wärmeabgabe zur Sekundärseite minimiert, gewährleistet die Konstruktion

aus Kupferrohr und Wärmeleitblech eine optimale Wärmeübertragung zur Vorderseite. Durch die ausgeklügelte

Konstruktion wird eine schnelle, einfache und sichere Montage sichergestellt.

Objekt: Marien-Hospital, Marl – Erneuerung der zentralen OP-Abteilung

Bauherr: Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord (KKRN), Marien-Hospital, Marl

TGA-Planung: Ingenieurbüro Potthoff, Erkrath (www.potthoff-ingenieure.de)

Heizungsbau: Niehaves, Neuruppin