Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg

Flächenheizung sorgt für optimalen Wärmekomfort

Neuer Erweiterungsbau für die stationäre Weiterbehandlung: Temperierung erfolgt über cuprotherm-Flächenheizsystem von Wieland

Das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus (BUK) Hamburg-Boberg ist nicht nur eines der größten Krankenhäuser der Hansestadt, sondern gehört zu einem bundesweiten, engmaschigen Netzwerk von Unfallkrankenhäusern, Kliniken und Behandlungsstellen. Gegenüber dem Hauptgebäude wurde ein Erweiterungsbau für die so genannte berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung (BGSW) erstellt. Das füngeschossige Gebäude in Hanglage ist voll unterkellert und bietet mit insgesamt 63 Patientenzimmern, einem Dermatologischen Zentrum und diversen Behandlungsräumen ausreichend Platz für die Durchführung der Therapie-Programme. Aufgrund der körperlichen Labilität der Patienten ist das Gebäude so konzipiert, dass von der Inneneinrichtung eine möglichst geringe Unfallgefahr ausgeht. Aus diesem Grund entschied sich das für die Haustechnik-Planung zuständige Ingenieurbüro Poggensee GmbH, eine Flächenheizung einzubauen – in den Therapieräumen im Erdgeschoss, in der Eingangshalle sowie in den allgemeinen Aufenthaltsräumen auf der Südseite des Gebäudes. Die "unsichtbare" Fußbodenheizung verringert im Neubau nicht nur die Unfallgefahr, sie sorgt auch für einen optimalen Wärmekomfort. Das Hamburger Planungsbüro Poggensee setzte dabei auf das cuprotherm-Flächenheizsystem der Wieland-Werke AG in Verbindung mit dem flexiblen Markenkupferrohr cuprotherm CTX.

Der fünfgeschossige, rechteckige BUK-Erweiterungsbau wurde – getreu der traditionellen Bauweise in Hamburg – als klassischer Ziegelsteinbau errichtet. Im 1. Und 2. Obergeschoss sind die ingesamt 63 Patientenzimmer untergebracht, die allesamt sehr wohnlich eingerichtet und farblich modern gestaltet sind. Im 3. Obergeschoss hingegen sind ein dermatologischer Funktionsbereich und weitere 16 Patientenzimmer vorgesehen. Das Gebäude umfasst neben einem rechteckigen Innenhof auch zwei innen liegende, mit Lichtkuppeln ausgestattete Atriumbereiche. Große Zimmerfenster und Glasfassaden in den Aufenthalts- und Therapieräumen lassen viel Licht ins Gebäude und tragen mit der Flächenheizung zu einem hohen Wohnkomfort bei.

Bei der Planung der Fußbodenheizung sprach sich der Bauherr bewusst für den Werkstoff Kupfer aus. Das rote Metall hat im Raum Hamburg beim Einsatz im Sanitär- und Heizungsbereich eine lange Tradition – ähnlich wie die roten Ziegelsteine, die das Straßenbild der Hansestadt prägen. Im Laufe der Planungsarbeiten erfuhr das zuständige Heizungsbauunternehmen Albert Schroeder & Sohn GmbH von dem flexiblen Wieland-Kupferrohr cuprotherm CTX. Der Geschäftsführer des Heizungsbauunternehmens, Dipl.-Ing. Norbert Schroeder, schlug die Installation des CTX-Kupferrohrs vor, das optimal auf das klassische und vielfach bewährte cuprotherm-Flächenheizsystem abgestimmt ist. cuprotherm CTX hat im Vergleich zu gängigen Kupferrohren eine fest haftende Kunststoffummantelung und einen reduzierten Kupferanteil. Durch den geringeren Kupferanteil ist das CTX-Rohr nicht nur leichter als klassische Kupferrohre, es ist auch einfacher und flexibler zu installieren und zudem wesentlich wirtschaftlicher – Vorteile, die den Heizungsbauer und das Planungsbüro gleichermaßen überzeugten.

"Während in den Behandlungsräumen, den Patientenzimmern der Obergeschosse sowie in den Nebenräumen statische Heizkörper zum Einsatz kommen sollten, war in den großflächigen Räumen zunächst die Installation von Konvektor-Heizkörpern vorgesehen", beschreibt Haustechnik-Planer Dipl.-Ing. Gunnar Hoensch vom Ingenieurbüro Poggensee die Ausgangslage. Aufgrund von Unfallverhütungsvorschriften und auf Basis architektonischer und ergonomischer Überlegungen entschied sich das Planungsteam für eine Fußbodenheizung. Die Wärmeenergie liefert die eigene Heizzentrale des Gebäudes mit einer Gesamtanschlussleistung von 400 Kilowatt (kW), die wiederum vom klinikeigenen Kesselhaus über eine in der Erde verlegten Fernwärmeleitung versorgt wird. Der rund 310 m² große, südwestlich gelegene Therapieraum im Erdgeschoss ist der sensibelste Bereich des Gebäudes, was potenzielle Unfallgefahren betrifft. Hier führen die Patienten mit Hilfe des Pflegepersonals diverse Gymnastikübungen durch, unter anderem auf Fußbodenmatten und Trainingsgeräten. Insofern war hier die barrierefreie Innenraumgestaltung von besonders großer Bedeutung.

"Die Installation der Fußbodenheizung hat hier den Vorteil, dass sie im Vergleich zu konventionellen Heizkörpern keinerlei Gefahr durch scharfe Kanten und ähnlichem darstellt", erklärt Planer Gunnar Hoensch. "Zudem erhöht sie durch die Strahlungswärme, die vom Fußboden ausgeht, den Wärmekomfort erheblich." Dies kommt vor allem bei den Übungen zum Tragen, bei denen die Patienten auf den Fußbodenmatten sitzen oder liegen. Ideal ist der Einsatz der Fußbodenheizung auch aus architektonischen Gründen: Der Therapieraum ist von einer Glasfassade umgeben, wodurch der Wärmebedarf im Vergleich zu anderen Räumen höher ist. Dem wird Rechnung getragen, indem der Verlegeabstand der Heizungsrohre im Bereich der Fassade mit 10 cm geringer gewählt wurde als im restlichen Raum mit 15 cm. So wird die für den Therapieraum geforderte Heizleistung von 25,9 kW optimal umgesetzt. Die Wärmeenergie wird mit einer mittleren Vorlauftemperatur von 45 °C über zwei Verteiler mit 10 bzw. 13 Heizkreise gleichmäßig im Raum verteilt. Der Fußbodenaufbau basiert auf einer 30 mm dicken System-Faltplatte, auf welche die 14 x 2 mm cuprotherm CTX-Kupferrohre installiert wurden. Eine 50 mm starke Nassestrichschicht überdeckt die Installation.

In den Aufenthaltsräumen im Untergeschoss spielten Sicherheitsaspekte bei der Entscheidung für die Fußbodenheizung ebenfalls eine wichtige Rolle. Hinzu kam hier, dass der Einbau von herkömmlichen Heizkörpern durch das Vorhandensein vieler relativ schmaler Fenster nicht praktikabel und wenig sinnvoll erschien. In den Aufenthaltsräumen, die sich auf der Südseite des Gebäudes befinden, hat die auf einer Fläche von insgesamt 280 m² verlegte Fußbodenheizung eine Heizleistung von 23 kW. Für die gleichmäßige Wärmeabgabe sorgen zwei Verteiler mit 12 bzw. 18 Heizkreisen. Basis für den Fußbodenaufbau ist hier eine 30 mm Polystyrol-Platte, auf die eine 50 mm starke Verbundplatte aufgebracht wurde. Die darauf montierten cuprotherm CTX-Rohre mit den Maßen 14 x 2 mm sind von einer 50 mm Nassestrichschicht überdeckt.

Auch im 300 m² umfassenden Eingangsbereich im Erdgeschoss des Neubaus profitieren Patienten, Personal und Besucher vom Wärmekomfort der "unsichtbaren" Fußbodenheizung. Neben Sicherheitsgründen waren hier architektonische Überlegungen ausschlaggebend: Die Eingangshalle hat viele Ecken und Winkel, insofern wäre die Installation von konventionellen Heizkörpern technisch aufwändig und schwierig umzusetzen gewesen. Das Flächenheizungssystem ist hier auf eine Heizlast von 15,2 kW ausgelegt, der Fußbodenaufbau ist mit der Installation im Therapieraum identisch. Zwei Verteiler mit sechs bzw. zehn Heizkreisen versorgen das großzügig gestaltete Foyer mit Wärme. "Gerade im Krankenhausbau bietet sich der Einsatz von Fußbodenheizungen aufgrund der spezifischen Vorteile dieses Systems oft an", resümiert Planer Gunnar Hoensch vom Ingenieurbüro Poggensee.

cuprotherm CTX ergänzt cuprotherm-Produktfamilie

Als Ergänzung zum klassischen cuprotherm-System bietet die Wieland-Werke AG mit cuprotherm CTX ein besonders flexibles Markenkupferrohr, das dem Anwender einen hohen Montagekomfort und darüber hinaus auch wirtschaftliche Vorteile bietet. Ermöglicht wird dies durch ein leichtes, gewichtsreduziertes Kupferrohr, das mit einer fest haftenden Kunststoffummantelung versehen ist. Hervorragende Verlegeeigenschaften gewährleisten eine schnelle und komfortable Montage. Das cuprotherm CTX-Rohr ist eine Lösung für all diejenigen, welche die Qualität und Langlebigkeit des Materials Kupfer schätzen und zugleich ein sicher kalkulierbares, preisstabiles Produkt einsetzen möchten. Als Ergänzung der cuprotherm-Familie deckt cuprotherm CTX Wünsche nach längeren Ringlängen (z. B. 100 m) ab und ist zudem für einen sehr breiten Einsatzbereich vorgesehen. So kann cuprotherm CTX zur Flächenheizung und -kühlung, Heizkörperanbindung, Betonkernaktivierung und für Erdkollektoren eingesetzt werden. Die DVGW-Zulassung ermöglicht es, cuprotherm CTX-Rohre auch für die Trinkwasserinstallation zu verwenden.

Objekt: BUK-Erweiterungsbau
Architektur: WGK Planungsgesellschaft, Hamburg
Heizungsbau: Albert Schroeder & Sohn GmbH, Rellingen
Planung Haustechnik: Ingenieurbüro Poggensee GmbH, Hamburg
Bauherr: Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg