Turnhallen
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Höchstleistungen auf und unter dem Feld

Das 1954 erbaute Sportforum Berlin (SFO) bietet dem Olympia-Stützpunkt Berlin sowie 12 Bundesstützpunkten und 14 Landesleistungszentren den Trainings-, Wettkampf- und Spielort. Ein zentraler Bereich für Mannschaftssportarten ist die Lilli-Henoch-Sporthalle – für Handball, Basketball und Volleyball. Nach über 20 Jahren intensiver Nutzung vor allem durch Hochleistungssportler (sowie vormals auch durch die universitäre Sportausbildung) wies der Hallenboden deutliche Gebrauchsspuren und punktuelle Beschädigungen auf. Dadurch genügte der Aufbau den heutigen sportbaufachlichen und technischen Anforderungen nicht mehr. Daher beschloss die Berliner Senatsverwaltung als Bauherr eine grundlegende Modernisierung des Fußbodens – inklusive Neuinstallation einer Sport-Fußbodenheizung. In der Vorplanungsphase wurden durch die Planer verschiedene Sportbodensysteme analysiert. Der Bauherr entschied sich für einen klassischen Schwingboden in Verbindung mit einer cuprotherm-Flächenheizung der Ulmer Wieland-Werke AG. Dabei wird das flächenelastische Doppelschwingträgersystem mit flexiblen, ummantelten Kupferrohren der Marke cuprotherm CTX kombiniert. Die Konstruktion mit Rohrabmessungen von 18 x 2 mm ermöglicht auf einer Fläche von insgesamt 1.200 m² die energieeffiziente Beheizung der Sporthalle. Genutzt wird auch die Abwärme eines nahegelegenen Produktionsbetriebes, was zu einem umweltschonenden Betrieb beiträgt. Durch die für Flächenheizungen typische, gleichmäßige Strahlungswärme bietet die Anlage einen sehr hohen Wärmekomfort. Die Baumaßnahme wurde aus Mitteln des Programms "Bau von Sportanlagen für den Spitzensport" des Bundesinnenministeriums gefördert.

Nach unzähligen Trainingseinheiten befand sich der durch Spitzen- und Nachwuchsleistungssportler besonders intensiv gentutze Sportboden in einem kritischen Zustand. Deshalb entschied sich die Senatsverwaltung für einen Abbau der 20 Jahre alten Fußbodenkonstruktion. Sie schrieb ein Bauvorhaben für die Neuinstallation des Hallenbodens aus.  
Es hatte sich laut Architekt Holger Meier vom Architekturbüro Dierks Sachs bei der ersten Bestandsaufnahme herausgestellt, dass die teilweise minderwertigen Holzmaterialien der Bodenkonstruktion an der Oberfläche zu Verwerfungen an Plattenstößen bis hin zu Brüchen geführt hatten. "Der Hallenboden genügte der Belastbarkeit, die nach heutigen Maßstäben gefordert wird, definitiv nicht mehr", erklärt Herr Meier. Der Architekt weist auch auf die Zulassungspflicht für Sportböden hin, die seit 2009 besteht: "Es kommen nur noch Systeme von Herstellerfirmen in Betracht, die beim Deutschen Institut für Bautechnik DIBT eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung besitzen". Nach dieser Statusaufnahme war klar, dass die heutigen technischen Anforderungen nur durch einen kompletten Austausch des Hallenbodens zu erreichen waren. Auch eine Kosten-Nutzen-Untersuchung ergab, dass die Investitionskosten für die Erneuerung im Vergleich zum Erhaltungsaufwand geringer ausfallen würden.

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Betriebssicherheit durch 100 % metallene Rohr- und Verbindungstechnik
Für die 27 x 45 m große Nutzfläche der Ballsporthalle fiel die Wahl des Architekten auf einen flächenelastischen Doppelschwingboden gemäß DIN 18032 – inklusive Abdichtung, Wärmedämmung, integrierter Fußbodenheizung sowie Linoleum als Oberbelag. Der für die Fußbodenheizung zuständige TGA-Planer Mark-Uwe Schulz von der x.plan Ingenieurgesellschaft mbH verglich in einer technischen Analyse sechs verschiedene Flächenheizsysteme für Sportfußböden. Nach dieser Gegenüberstellung entschied sich Herr Schulz schließlich für die cuprotherm-Fußbodenheizung der Wieland-Werke AG, die – im Tichelmann-Verfahren verlegt – in den Sportboden des Systemanbieters SBS integriert wurde. Während beim Sportboden technische und sportfunktionale Aspekte wie Federung, Eindringtiefe, Ballreflexion ausschlaggebend waren, ging es dem Planer bei der Heiztechnik um die langfristige Betriebssicherheit. "Die dauerhafte Sauerstoffdiffusions-Dichtheit ist mit nahtlos gezogenen metallenen Rohrleitungen zu 100 % garantiert", erläutert Mark-Uwe Schulz den für ihn zentralen Sicherheitsaspekt. "Darüber hinaus sind die ummantelten CTX-Kupferrohre relativ einfach zu verlegen". Ein weiteres schlagendes Argument für die Entscheidung zugunsten der cuprotherm-Flächenheizung in Kombination mit dem Schwingboden war die geringe Aufbauhöhe bei einer Gesamthöhe von 20 cm. "Da die Möglichkeit gegeben war, das Rohr direkt auf der Dämmung zu installieren, konnten wir den geforderten Sicherheitsabstand von 4 cm zur Holzkonstruktion einhalten". Insgesamt wurden rund 9.400 m der hocheffizienten CTX-Kupferrohre in 60 Heizkreisen installiert.  

Schwingboden: integrierte Flächenheizung mit ausreichendem Sicherheitsabstand
Der spezielle Sportfußboden der Lilli-Henoch-Halle gründet auf einem bestehenden Beton-Rohboden, der gemäß DIN 18195 mit einer Bitumen-Abdichtung versehen wurde. So vorbereitet wurde zunächst eine 100 mm dicke EPS-Wärme- und Trittschalldämmung aufgebracht, einschließlich Aussparungen mit quadratischem Grundriss. In diese Aussparungen setzten die Fußbodeninstallateure Vierkant-Holzklötze als Grundlage für die Schwingbodenkonstruktion ein. Direkt auf die Wärmedämmung montierten die Mitarbeiter des Heizungsbau-Teams der VT Süd GmbH die flexiblen, ummantelten Kupferrohre in der Abmessung 18 x 2 mm. Die Rohrleitungen haben rund 4 cm und damit ausreichend Sicherheitsabstand zum darüber liegenden Schwingboden. Der Sportboden selbst liegt auf den Holzklötzen auf und setzt sich von unten nach oben zusammen aus: 9 mm Auflagen Sperrholz, 12 mm untere Schwinglage Sperrholzlaschen, 9 mm Zwischenlager Sperrholz, 18 mm obere Schwinglage Sperrholz, 15 mm Blindboden aus Sperrholz, eine PE-Folie als Trennlage, die 2 x 6 mm Lastverteilerplatte sowie einen 4 mm starken Oberbelag aus Linoleum.

Energieeffizienter Betrieb dank Nutzung industrieller Prozesswärme
Für den Einsatz einer Flächenheizung in der Lilli-Henoch-Halle sprach sowohl bei der Vorgängerversion als auch bei der aktuellen Anlage, dass das im Boden integrierte System keinerlei Hindernisse für den Sportbetrieb darstellt und durch die gleichmäßige Strahlungswärme einen exzellenten Wärmekomfort bietet. Weitere Vorteile ergeben sich aus energetischer und planerischer Sicht: Die Flächentemperierung arbeitet als Niedertemperatursystem mit relativ geringen Vorlauftemperaturen im Standardbetrieb unter 50 °C – und damit besonders energieeffizient. Sie ist in ein bestehendes Nahwärmenetz integriert. Die Flächenheizung verwendet die Prozesswärme einer nahegelegenen Brauerei, womit wertvolle Wärmeenergie genutzt wird, die ansonsten als Abwärme entweichen würde.  

Für diese Koppelung der Systeme wurde bereits in den 90er Jahren eine Regelstation errichtet, die inklusive Zulaufleitungen im Rahmen der aktuellen Baumaßnahme modernisiert werden konnte. Im Zuge der Modernisierung wurde auch die Dämmung entlang des Wärmeverteilsystems verbessert.