Taunus Therme
Sonstige

Hamam und "Heißer Stein": Erweiterung der Taunus Therme mit innovativen Flächenheizungslösungen

Dampftempel und Osmanisches Bad, "Himalaya-Energieraum" und Lichtseehöhle: die neuen Attraktionen in der Taunus Therme klingen exotisch und hören sich vielversprechend an. Gut 30 Jahre nach Ersteröffnung erweitert die Wicker-Gruppe das traditionsreiche Wellness-Bad im hessischen Bad Homburg um eine rund 800 m² große Fläche. Der Bauherr hat im Vorfeld zahlreiche Thermen in ganz Europa besucht und sich von innovativen Einrichtungskonzepten inspirieren lassen. Eine Gruppe aus Planern, Architekten, Designern und Technikern setzte das Ausbauprojekt um – mit viel Liebe zum Detail und einigen technischen Raffinessen und Neuentwicklungen. Kernstück der technischen Ausstattung ist die ausgeklügelte Flächentemperierung, die über Boden-, Wand- und Deckenheizflächen die verschiedenen Temperaturzonen bedarfsgerecht mit Wärme versorgt. Die Wahl fiel dabei auf die cuprotherm- und cupronova-Flächenheizsysteme der Wieland-Werke AG, die auf Basis von hitzebeständigen Kupferrohren für die Verteilung der Wärmeenergie sorgen. Vom "heißen Stein", einer beheizten Massage-Liegefläche aus edlen Marmorplatten, bis zu den neuen Wärmeräumen mit bis zu 65 °C Raumtemperatur werden sämtliche Teilbereiche optimal temperiert. Gerade der letztere Bereich mit Vorlauftemperaturen von bis zu 85 °C kann nur mit Hilfe von hoch wärmebeständigen und wärmeleitfähigen Kupferrohren dauerhaft mit der notwendigen Systemsicherheit beheizt werden. Die Flächentemperierung stellt dabei nicht nur eine energieeffiziente und sichere Lösung dar. Sie sorgt durch ihre typische Strahlungswärme auch für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, die als sehr behaglich empfunden wird.

Die 1978 eröffnete Taunus Therme war eines der ersten Wellness-Bäder deutschlandweit und setzte durch ihre umfangreiche technische Ausstattung damals schon Maßstäbe. Mit der Erweiterung um zahlreiche neue Attraktionen sollen Besucher des traditionsreichen Bades auch in den Genuss von hierzulande neuartigen und immer beliebter werdenden Wellness-Angeboten wie dem Hamam kommen. "Die Grundidee für die Erweiterungsfläche ist eine Art Rundgang oder Bäderreise, die das Baden mit entspannenden Massagen, Saunagängen und Ruhepausen in angenehmem Ambiente kombiniert", erklärt Martin Becker, Technischer Leiter der Taunus Therme, das Konzept. Dabei beginnt der Rundgang nach dem Duschen in den Wärmeräumen oder in den Dampfbädern, nach deren Besuch sich der Gast zunächst in die verschiedenen Ruheräume begibt. Im zweiten Durchgang erwarten den Gast wahlweise ein typisches osmanisches Hamam oder Dampfbad, der "Himalaya-Energieraum" mit einem Solebad oder der "Heiße Stein", inklusive Massagemöglichkeiten. Die Lichtseehöhle mit Ruheliegen und einem "echten" See ist der größte der neuen Ruheräume – für das Entspannen nach dem Baden.

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Effiziente Temperierung mit Flächenheizung
Für die Temperierung der neuen Räumlichkeiten bedurfte es eines ausgeklügelten Konzeptes, das die klassische Flächentemperierung mit verschiedenen Formen der Energierückgewinnung kombiniert. So sorgen die Wärmerückgewinnung aus der Abluft sowie die Abwärmenutzung aus dem Blockheizkraftwerk mit insgesamt 520 kW Leistung für einen Ressourcen schonenden Energieeinsatz. Auch für die Be- und Entlüftung des Bades wurde vom SHK-Betrieb August Truss GmbH & Co. KG aus Kassel im Zuge der Erweiterung ein neues zentrales Lüftungssystem installiert. Die Wärmeverteilung erfolgt weitestgehend über hitzebeständige Kupferrohre. Dabei hat das für die TGA-Planung zuständige Ingenieurbüro Trommel auf verschiedene Flächentemperierungssysteme der Wieland-Werke für die unterschiedlichen Einsatzbereiche zurückgegriffen. Durch das flexible Markenkupferrohr CTX als Basiselement und durch die Kompatibilität der cuprotherm und cupronova Flächentemperierungselemente konnten die Planer die Teilsysteme "aus einer Hand" zu einem ganzheitlichen System zusammenführen. "Wir entschieden uns aus zwei Gründen für die Wieland-Kupferrohre und Flächenheizsysteme", erklärt Bauleiter Matthias Kühlborn vom SHK-Installateur Truss. "Punkt eins war die sehr hohe Hitzebeständigkeit der Kupferrohre, mit denen wir bei Vorlauftemperaturen von bis zu 100 °C durchgängig beheizen können – das hält nur e in Kupfersystem aus", so M. Kühlborn. Der Truss-Obermonteur Andreas Paul ergänzt: "Zum zweiten war uns aufgrund von teils schwierigen Einbaubedingungen die flexible Handhabung des Rohrmaterials auf der Baustelle wichtig. Richtungsänderungen und das manuelle Biegen um 90 Grad sind mit einem hochwertigen, flexiblen Kupferrohr wie CTX problemlos möglich."

"Heißer Stein": Neuartige Konstruktionen für die Beheizung von Liegeflächen
Zu den technischen Vorzügen kommt die universelle Einsatzmöglichkeit der CTX-basierten Systeme cuprotherm und cupronova hinzu. Denn im Thermenanbau galt es nicht nur, herkömmliche Fußboden- und Wandflächen zu beheizen, sondern auch diverse individuelle Liegemöglichkeiten, für die innovative Sonderkonstruktionen notwendig waren. Solche Neuerungen sind zum Beispiel der sogenannte "heiße Stein", eine beheizte Massagefläche mit edlen Marmorplatten oder beheizte Einzelliegen mit leichter Neigung, die nach jeder Nutzung mit Frischwasser gespült werden können. Um die mit massivem Marmor ausgeführten Liegen ausreichend temperieren zu können, wurden hier unterhalb der Flächen mäandrierende Heizschlangen gelegt, die mit Rohrdurchmessern von 18 x 2 mm den Abmessungen von Rohren für Industriefußböden entsprechen. "In diesem Bereich mussten wir mit verschiedenen Abmessungen und Rohrarchitekturen experimentieren und haben mit Sicherheit Neuland betreten", sagt der Bauleiter Andreas Paul. "Denn beheizte Marmorliegen in dieser Ausführung sind so bisher nicht erhältlich".

Kupferrohre für Vorlauftemperaturen von bis zu 85 °C
Höchstleistungen muss die Flächentemperierung auch in den neuen Wärmeräumen vollbringen. Diese saunaartigen Trockenräume haben im Betrieb eine maximale Raumtemperatur von 68 °C – funktionieren aber ohne den klassischen Aufguss, der aus der finnischen Sauna bekannt ist. Diese hohen Raumtemperaturen erfordern für Flächenheizungen extrem hohe Vorlauftemperaturen von bis zu 85 °C, weshalb die Planer mit Kupferrohren auf Numm er sicher gingen. Realisiert werden die hohen Betriebstemperaturen über eine Wandheizung mit dem cuprotherm-System von Wieland mit 2.900 m Rohrmetern und Abmessung von 14 x 2 mm – bei einem Verlegeabstand von 5 cm. Die Räume selbst können über mit Holzplatten belegte Gänge betreten werden, Sitztreppen aus Holz ermöglichen das entspannte "Saunieren" in diesen speziellen Trockenräumen. Darüber hinaus kommen neben dem mit klassischem Estrich verlegten cuprotherm-Fußbodenheizsystem mit 6.900 Rohrmetern in der flexiblen Ausführung CTX in 16 x 2 mm auch vorgefertigte cupronova-Heizelemente mit Wärmeleitlamellen zum Einsatz. Sie ermöglichen eine schnelle Montage an Massivwänden, Zwischenwänden und in Deckenbereichen. Diese einbaufertig gelieferten Heizelemente ergänzen die Verlegemöglichkeiten im klassischen System optimal.