Krankenhäuser & Schulen
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Holzbauweise, Wärmepumpe, Wandheizung mit Lehmputz: Neue Kindertageskrippe in Kiel mit Öko-Modellcharakter

Das Neubaugebiet Neu-Meimersdorf im Süden von Kiel ist besonders bei jungen Familien beliebt. Direkt am Rande eines Naturschutzgebietes gelegen, bietet das Quartier mit Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie vielen Grünflächen ein attraktives Wohnambiente. Eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur sorgt dafür, dass die Bewohner die wichtigsten Einrichtungen vor Ort vorfinden, ohne lange Wege zurücklegen zu müssen. Zur Infrastruktur gehört nicht nur ein großes Einkaufszentrum, sondern auch eine Grundschule, ein Kindergarten sowie eine Kindertageskrippe. PÄDIKO, der Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation e. V., legte als Bauherr besonderen Wert auf eine konsequent umgesetzte ökologische Bauweise. Für den Verein spielen nicht nur die Aspekte Umweltschutz, Energieeinsparung und Energieautarkie eine große Rolle. Gleichermaßen wichtig ist die Vorbildwirkung des Gebäudes auf Kinder, Erzieher, Eltern und Besucher. Ökologische Baumaterialien wie Holz und Lehmputz, eine Kupferrohr-Wandheizung der Wieland-Werke AG sowie eine Dachbegrünung schaffen ein gesundes und behagliches Raumklima. Für die Energieversorgung des zweigeschossigen Gebäudes werden ausschließlich erneuerbare Quellen genutzt. Zwei Luft-Wärmepumpen versorgen das energieeffiziente cuprotherm-Wandheizsystem mit Wärmeenergie, Photovoltaik-Paneele produzieren Strom. Aber nicht nur die eingesetzten Baustoffe und Energiequellen bringen die Natur ins Haus. Mit großen Glasfronten und einem Lichthof lässt das Bauwerk viel Tageslicht in die Innenräume. Zudem können eine Außenfläche und ein Dachgarten mit Terrasse als Spielplatz genutzt werden.

Die Kindertageskrippe in Neu-Meimersdorf bietet mit einer Nutzfläche von rund 500 m² Betreuungsplätze für insgesamt 35 Kinder unter drei Jahren – eingeteilt in insgesamt vier Gruppen. Das Bauwerk des renommierten Architekten Björn C. Siemsen berücksichtigt die Erkenntnisse und Erfahrungen der Reggio-Pädagogik. Diese legt bei der Kindererziehung Wert auf Naturnähe, Freiräume, eine Atmosphäre des Wohlbefindens und eine offene Kommunikation. Die Fenster der Gruppenräume setzen in einer kleinkindgerechten Höhe von 38 cm an. Der nordseitige, rechteckige Gebäudeteil mit einem begrünten Dach erscheint durch schräge Wände und Fenster wie gekippt. Er beinhaltet Büroräume, eine Küche und einen großen Aufenthaltsraum für den Mittagstisch, für umfangreiche Gruppenaktivitäten sowie für Fortbildungen der PÄDIKO-Mitarbeiter und Seminarteilnehmer. Ein Lichthof in der Mitte des Gebäudeensembles und breite Gänge markieren die Verbindung zu den südseitig gelegenen, fast quadratischen Gruppenräumen. Drei Gruppen befinden sich im Erdgeschoss, eine Gruppe im Obergeschoss. Den Gruppenräumen schließen sich zur Gebäudemitte hin jeweils Schlaf- und Sanitärräume an. Großzügige Übergänge und Glastrennwände ermöglichen Durchblicke und Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Räumen – ganz im Sinne der offenen Kommunikation. "Das Gefühl der Offenheit trotz abgeschlossener Räume findet sich im gesamten Gebäude wieder", erklärt der Architekt Björn C. Siemsen, der sich hierzu auch andere sinnvolle Baudetails ausdachte. So trennen zum Beispiel verglaste Wände, die gleichzeitig als Regale dienen, die einzelnen Gruppenräume vom Gang und von den zugehörigen Wickelräumen.

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Ökologischer Lehmputz, energieeffiziente Flächenheizung
Die gesamte Konstruktion und Haustechnik ist auf das ökologische Baukonzept ausgerichtet. Das Haus wurde als Holzrahmenbau errichtet, wobei die gesamte Gebäudehülle, Wände, Dach und Fußboden mit einer Zellulosedämmung ausgeblasen sind. Die verglasten Gebäudeteile sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion in Holz ausgeführt, wobei die Glasfassade auf der Südseite passive solare Wärmegewinne ermöglicht. In der kalten Jahreszeit liefert das cuprotherm-Wandheizsystem der Wieland-Werke AG, das mit Markenkupferrohren der neuen Generation CTX ausgeführt wurde, behagliche Strahlungswärme. Insgesamt verlegten die Mitarbeiter der Mönkeberger Firma Heizungsbau Markus Moldenhauer rund 3.420 m dieser flexiblen Kupferrohre mit fest haftender Ummantelung. Die Rohrschlangen in der Abmessung 14 x 2 mm befestigten die Installateure mittels Kabelbindern auf verzinkten Metallgittern, die ihrerseits auf Holzwolleplatten fixiert sind. Die gesamte Rohrinstallation wurde schließlich mit Lehmputz abgedeckt. Der natürliche und wohngesunde Baustoff verfügt auch über eine gute Wärmeleitfähigkeit und bietet damit eine noch effizientere Temperierung der Räume. Die cuprotherm-Wandheizung benötigt nur geringe Vorlauftemperaturen von deutlich unter 40 °C und harmoniert damit hervorragend mit der installierten Wärmepumpe. "Die Wärmepumpe als Energiequelle und Flächenheizungen ergänzen sich ideal", zeigt sich auch der Architekt Siemsen überzeugt. "Mit dieser Kombination haben wir bei bereits realisierten KiTa-Projekten gute Erfahrungen gemacht". Dabei liefern zwei Wärmepumpen mit einer Leistung von je 23 kW nicht nur Wärmeenergie für die Heizperiode. Die reversiblen Wärmepumpen können in den Sommermonaten durch das "natural cooling"-Verfahren auch zur passiven Kühlung der Räume eingesetzt werden. Der Kühlprozess erfolgt dabei ebenfalls über die Wandinstallation, die über insgesamt vier Verteiler angesteuert wird.

Wandheizung sorgt für hohen Wärmekomfort
Die positiven Erfahrungen mit Wandheizsystemen liegen nicht nur in der guten Kombinierbarkeit mit regenerativen Niedertemperatur-Energiequellen begründet. Neben dem sparsamen Energieeinsatz ermöglicht die cuprotherm-Wandheizung eine gleichmäßige Temperierung des Raumes, die als sehr behaglich empfunden wird – ein nicht zu unterschätzender Vorzug gerade in sensiblen Bereichen wie der Kleinkinderbetreuung. Bedingt durch die Wärmeabgabe größtenteils über Strahlung erwärmen Wandheizungen hauptsächlich die raumumschließenden Flächen, also den Baukörper und nicht die Raumluft. Neben dem hohen Wärmekomfort kommt bei Wandheizungen zudem ein gesundheitlicher Aspekt zum Tragen: Durch die Strahlung findet im Raum so gut wie keine Luft- und Staubzirkulation statt. Dies ist gerade für Allergiker, deren Anteil auch bei Kleinkindern stetig steigt, ein großer Vorteil. Die Staubbelastung wird in der Kindertageskrippe zudem durch einen integrierten Zentralsauger minimiert. "Gesundes Raumklima bei der Gebäudekonzeption hat bei mir generell einen hohen Stellenwert, insbesondere wenn man Räume für die kleinsten Kinder plant", erklärt der Architekt Siemsen. "Das Wandheizsystem, die baubiologisch unbedenklichen Materialien und die Absauganlage sorgen in Summe für sehr gute raumklimatische Bedingungen."