Krankenhäuser & Schulen
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Kunst, Musik und Literatur im "Alten Gymnasium" Neuruppin: Energetische Sanierung des historischen Bauwerkes mit Flächenheizung

"Ein neues Buch, ein neues Jahr, was werden die Tage bringen?". Das wird sich auch der deutsche Dichter Theodor Fontane in den Jahren 1832 und 1833 gefragt haben, als er in seiner Heimatstadt Neuruppin im Friedrichs-Wilhelm-Gymnasium die Schulbank drückte. Das altehrwürdige Bauwerk im Stile einer barocken Schlossanlage gilt als eines der architektonischen Höhepunkte der brandenburgischen Fontanestadt. Um das historische "Alte Gymnasium" zu erhalten und als Wissenszentrum weiter auszubauen, wurde das Bauwerk aufwändig saniert. Neben der Fassaden- und Dachsanierung, zusätzlichen Stützwänden und einer neuen Technikzentrale stellte die Installation einer Flächenheizung ein Kernstück der Baumaßnahmen dar. Auf rund 2.230 m² kam eine energieeffiziente Wand- und Fußbodenheizung zum Einsatz. Sie basiert auf dem cuprotherm-Flächenheizsystem der Wieland-Werke mit langlebigen Kupferrohren. Passend zur modernen Gebäudetechnik erfolgt die Energieversorgung umweltschonend über Fernwärme mit Kraft-Wärme-Kopplung. Durch die behutsame Sanierung erhält die Stadt Neuruppin das traditionsreiche Alte Gymnasium auch für nachfolgende Generationen als Lern- und Begegnungsstätte.

Das 1790 errichtete, dreigeschossige Gymnasium mit klassizistischer Fassade stand zwischenzeitlich lange Jahre leer, bevor es durch die Jugendkunst- und Musikschule wieder genutzt wurde. Mit einem U-förmigen Grundriss und einer Baugrundfläche von rund 1.325 m² ist das Schulhaus eines der markantesten Gebäude im Zentrum Neuruppins. Aufgrund der Lage im Stadtkern und der Bedeutung als Bildungsstätte wurde das Bauwerk auf Initiative der Stadt in das EU-Förderprogramm für "Nachhaltige Stadtentwicklung" aufgenommen. Somit war der Weg frei für eine grundlegende energetische Sanierung. 75 % der Kosten wurden dabei über das EFRE-Programm der EU co-finanziert. Die ortsansässige Neuruppin Projekt GmbH zeichnete für die architektonische Genehmigungs- und Ausführungsplanung verantwortlich.

Flächenheizung: Ideal für Altbau mit hohen Räumen
Eines der wichtigsten Sanierungsziele war die Wärmedämmung der Gebäudehülle in Verbindung mit einem energieeffizienten Heizsystem, um den Energiebedarf zu minimieren.  
Die Wahl fiel auf eine Flächenheizung, die aufgrund geringer Vorlauftemperaturen energiesparend arbeitet und durch ihre Strahlungswärme eine sehr gleichmäßige Wärmeverteilung gewährleistet. Die Altbau-typischen hohen Räume des Schulgebäudes werden über die Fußbodenheizung optimal temperiert. Denn das für hohe Räume ideale Temperaturprofil sorgt für ein behagliches Wärmeempfinden bereits bei geringen Raumlufttemperaturen. Neben dem hohen Komfort kommt bei Flächenheizungen zudem ein gesundheitlicher Aspekt zum Tragen: Durch die Strahlung findet im Raum so gut wie keine Luft- und Staubzirkulation statt. Dies ist gerade für Allergiker, deren Anteil auch bei Kindern stetig steigt, ein großer Vorteil.

Neben der Energieeffizienz und der guten Wärmeverteilung sprachen laut TGA-Planer Björn Roggenthin von der B & B Energieplan GmbH auch die Barrierefreiheit sowie ästhetische Aspekte für ein Flächenheizsystem: "Dadurch dass keine Heizkörper notwendig sind, ergibt sich eine optimale Raumausnutzung ohne störende Heizelemente. Das hat natürlich auch optische Vorteile, gerade bei der möglichst authentischen und behutsamen Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes." Die Versorgung des historischen Gebäudes mit Wärmeenergie erfolgt über eine Fernwärme-Heizzentrale mit einer 170 kW-Anlage, die sich im komplett neu gebauten Kellerbereich befindet. Insgesamt 22 Verteiler leiten die Heizwärme in das rund 14.000 Meter lange Rohrsystem, das mit einem Verlegeabstand von 10 bis 20 cm installiert wurde.

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Wandheizung als Ständerwand-System ausgeführt  
Der cupronova-Unterwandheizkörper besteht aus drei Komponenten: dem werkseitig bereits eingebauten mediumführenden, ummantelten Kupferrohr, einem ganzflächigen Wärmeleitblech und einer rückseitigen Wärmedämmung. Als vormontiertes Fertigbauteil sind die Wandheizelemente besonders einfach und schnell installierbar, wodurch der Bauablauf im Vergleich zur Montage herkömmlicher Heizsysteme erheblich beschleunigt wird. Hierzu trägt auch das Befestigungssystem bei. Zwei verschiedene Montagevarianten sind möglich: die Massivwand-Montage und die Ständerwand-Montage. Letztere realisierte die Heizungsbaufirma Niehaves aus Gescher im Marien-Hospital. In den OP-Räumen wurden hierfür vorab vertikale Metallträger eingezogen.

Wandverkleidung mit farbigen Glaselementen und LED-Paneelen
Der letzte Arbeitsschritt nach der Installation des cupronova-Systems stellte in den OP-Räumen des Marien-Hospitals eine Besonderheit dar: Zwischen die Metallträger und vor die Wandheizelemente wurden blau getönte Glasscheiben eingezogen und zuvor auf die diversen Abmessungen jeweils einzeln eingepasst. Der Grund für den Einbau liegt zum einen in der zurückhaltenden und gleichzeitig edlen Optik der Glaswände. "Was jedoch noch viel wichtiger ist: Die mit Glas ausgekleideten Wandflächen haben einen sehr geringen Fugenanteil und lassen sich sehr gut reinigen", erläutert TGA-Planer Potthoff. Damit tragen sie ebenfalls zum ganzheitlichen Innenraumkonzept bei, das dem Anspruch einer bestmöglichen Hygiene Rechnung trägt. Die durchdachte Innenraumgestaltung wird durch ein innovatives Beleuchtungssystem abgerundet. Es besteht aus LED-Leuchten und Paneelen, welche die Wände der OP-Säle in verschiedenfarbiges Licht tauchen können. "Das Beleuchtungskonzept trägt zusammen mit der angenehmen Temperierung und wahlweise auch mit Musikeinspielungen zum Wohlfühlcharakter der Räumlichkeiten bei", betont Andreas Heidinger, der Technische Leiter des Marien-Hospitals. "Das spielt eine große Rolle, denn bei einem Großteil unserer Patienten werden nur kleinere Eingriffe vorgenommen, die meist nicht unter Vollnarkose stattfinden. Entsprechend liegt uns viel daran, dass sie die OP möglichst wenig belastend finden – ein angenehmes Umfeld hilft dabei definitiv."