Burg Scharfenstein
Kirchen & historische Bauten

Mittelalterbau mit modernster Gebäudetechnik

Im 12. Jahrhundert errichtet, wird die Burg Scharfenstein im Jahr 1209 erstmals urkundlich erwähnt. Die Burganlage aus dem Hochmittelalter wurde auf einem Bergsporn südwestlich der Stadt Leinefelde-Worbis (Thüringen) erbaut. Vor der Wende musste das Bauwerk vom Eigentümer, dem Volkseigenen Betrieb Solidor, an die Treuhand abgegeben werden. Im Jahr 2002 erwarb die Stadt Leinefelde-Worbis die Anlage, um sie vor dem Verfall zu bewahren und sie wieder einer neuen Nutzung zuzuführen. Um den Werterhalt und die Attraktivität des Objektes langfristig zu sichern und die Energiekosten zu senken, hat sich die Stadt als Bauherr für eine grundlegende energetische Sanierung entschieden. Kernstück der Modernisierungsmaßnahmen ist die Nutzung von Erdwärme als regenerativer Energiequelle sowie die Installierung einer energieeffizienten Flächenheizung. Hierbei kam das cuprotherm-System der Ulmer Wieland-Werke AG zum Einsatz – auf Basis des ummantelten Kupferrohrs cuprotherm.plus im Trockenbau. Auf ausgewählten Flächen wurden zudem blanke cuprotherm-Kupferrohre in Verbindung mit Gussasphalt-Estrich eingesetzt. Das für die TGA-Planung zuständige Ingenieurbüro Rittmeier (Dingelstädt) entwickelte zusammen mit dem Erfurter Planungsbüro Architektur- und Denkmalpflege Dr. Anja Löffler maßgeschneiderte Sonderlösungen, um beim Fußbodenaufbau eine optimale Wärmedämmung zu gewährleisten.

Die Gesamtanlage unterteilt sich in Kernburg und Vorburg. Das Sanierungskonzept für die Vorburg ist im Westflügel auf die Nutzung als Festsaal, Museum, Andachtsraum und Kapelle abgestimmt. Im Südflügel sind Wirtschaftsräume, eine Garage und ein Souvenirgeschäft vorgesehen. Im sanierten Torhaus der Vorburg wurden außerdem vier Übernachtungszimmer für Pilgerreisende geschaffen, da die Burganlage am Nebenweg der Pilgerstrecke Volkenroda-Loccum liegt.

cuprotherm-Flächenheizung: für Trockenbau und Gussasphalt
In Abstimmung mit dem Ingenieurbüro Rittmeier entschied man sich für die Nutzung von Erdwärme mittels einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Passend zum Niedertemperatursystem Wärmepumpe setzte das Ingenieurbüro auf ein Flächenheizsystem. Das Heizungsbauunternehmen TGA Sondershausen GmbH installierte in den Obergeschossen mit ihrer Holzkonstruktion auf 160 m² insgesamt 1.400 m Kupferrohre der Marke cuprotherm.plus (Abmessung 12 x 0,7 mm) im Trockenbau. Im Erdgeschoss kam auf 470 m² rund 3.800 m blankes Kupferrohr in der Abmessung 14 x 0,8 mm zum Einsatz – in Verbindung mit Gussasphaltestrich. Da die Wieland Werke AG über Kompetenzen sowohl im Bereich Trockenbau als auch für Gussasphaltsysteme verfügt, entschied sich das Ingenieurbüro in beiden Fällen für die cuprotherm-Flächenheizung. "Wir sind auch im Trockenbau beim Werkstoff Kupfer geblieben und wollten alles aus einer Hand erhalten", erläutert der zuständige Planer Dipl.-Ing. Gerhard Rittmeier den Systemvorteil.

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Gussasphaltestrich mit blanken Kupferrohren im Erdgeschoss
Der Fußbodenaufbau im Erdgeschoss ist eine auf das Objekt zugeschnittene Sonderlösung: Die Dämmung aus Schaumglasschotter wurde unterhalb der Bodenplatte integriert, die Verlegung der Kupferrohre erfolgte auf Baustahlgitter. Abgedeckt wurde das Rohrleitungssystem mit Gussasphaltestrich, eine Variante, die sich besonders dann eignet, wenn nur eine sehr geringe Aufbauhöhe zur Verfügung steht. Gussasphaltestrich kann als beheizte Lastverteilschicht mit einer Höhe ab 40 mm (einschließlich Rohr) zur Anwendung kommen und ist in punkto Aufbauhöhe damit allen anderen Estrichsorten überlegen. Auch hinsichtlich der Bodenbelastbarkeit hat Gussasphalt einen Vorteil gegenüber anderen Estrichsorten. Bei einer Dicke von 50 mm beträgt die zulässige Verkehrslast bereits 5 kN pro m². Drittens ermöglicht Gussasphaltestrich eine erhebliche Zeitersparnis und einen beschleunigten Bauablauf. Während konventionelle Estriche mehrere Tage bis Wochen trocknen müssen, bevor der Bodenbelag verlegt und das Flächenheizsystem aktiviert werden kann, können mit Gussasphalt die anschließenden Arbeiten bereits nach wenigen Stunden aufgenommen werden. Gussasphaltestrich wird mit dem natürlichen Bindemittel Bitumen hergestellt, wodurch keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau gelangt und damit die Trocknung des gesamten Gebäudes unterstützt wird.

Trockenbausystem mit cuprotherm.plus-Kupferrohr im Obergeschoss
Auch im Obergeschoss setzte das Planungsbüro Rittmeier auf eine an die Bedürfnisse angepasste Konstruktion: Die Trockenbau-Systemplatten mit den integrierten cuprotherm.plus-Kupferrohren wurden hier zwischen Lagerhölzern verlegt. Der Aufbau gründet auf einer Brettstapeldecke, auf die 6 cm hohe Lagerhölzer für die spätere Dielung montiert wurden. Nach dem Einbringen einer Schüttung und Montage einer Abdeckung verlegten die Heizungsbauer die Trockenbau-Systemelemente. Eine Folie bedeckt die mit Wärmeleitblechen und Rohren bestückten Dämmplatten, 3 cm dicke Massivholzdielen schließen die Fußbodeninstallation ab.   Die Besonderheit hier ist die direkte Verlegung der Dielung auf dem Trockenbausystem: "Die Wärmeübertragung wird dadurch optimiert und ist wesentlich energieeffizienter", erläutert der TGA-Planer Gerhard Rittmeier.