Carlswerk-Quartier

Wohlfühlen mit Fußbodenheizung auf 8.700 Quadratmetern

GAG setzt beim Carlswerk-Quartier auf Flächentemperierung

"Innenentwicklung vor Außenentwicklung" – gemäß dem Leitmotiv moderner Stadtplanung steht das Kölner Carlswerk-Areal für ein gelungenes Beispiel städtischer Revitalisierung. In einem langjährigen Prozess wurde das industriell geprägte 30er-Jahre-Quartier in ein lebendiges Wohn- und Gewerbequartier umgestaltet. Eines der wichtigsten Bauvorhaben in diesem Zusammenhang hat die Wohnbaugesellschaft GAG Immobilien AG an der Alten Wipperfürther Straße angestoßen. Anstelle von alten Quartiersbauten, die nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren waren, entstand dort ein Wohnkomplex mit insgesamt 127 Wohneinheiten. Bei den mehrheitlich öffentlich geförderten Wohnungen legte der Bauherr großen Wert auf hohen Wohnkomfort, verbunden mit Barrierefreiheit und Energieeffizienz. Eine der zentralen Installationen, welche diese drei Vorgaben perfekt vereint, war der Einbau eines Flächenheizsystems. Auf rund 8.700 m² werden die Wohneinheiten über ca. 75.000 m Kupferrohre energiesparend und hocheffizient mit Wärme versorgt. Zum Einsatz kam das bewährte cuprotherm-System der Ulmer Wieland-Werke AG mit ekoBoden, einem neuartigen Dünnschicht-Fußbodenaufbau. Im Verbund mit modernen Fensterverglasungen und Dämmstoffen erreicht die Immobilie dank der Fußbodenheizung mit ihren geringen Vorlauftemperaturen den Energiestandard KfW 70.

Die Energieversorgung übernimmt eine BHKW-Pellet-Anlage, unterstützt durch eine Gas- Brennwert-Therme für die Abdeckung der Spitzenlast (siehe Infokasten "Energieversorgung"). Die Bewohner profitieren nicht nur von den überschaubaren Energiekosten, sondern auch vom Strahlungswärmekomfort der Flächenheizung sowie vom größeren Platzangebot durch nicht vorhandene Heizkörper. Neubau ersetzt Altbau – nach diesem Schema wurden die alten, nicht denkmalgeschützten Arbeiterwohnungen im historischen Carlswerk-Quartier in Köln-Buchheim abgerissen. Eine Sanierung dieser Bestände wäre für die GAG nicht wirtschaftlich gewesen. Sie entschied sich daher für das Abriss- Neubau-Projekt. Dadurch eröffnete sich die Möglichkeit, in ein Neubauvorhaben mit modernster Gebäudetechnik zu investieren. So einfach das Prinzip Abriss und Neubau auch klingt: Bei dem Neubau war die Planung und Installation der technischen Gebäudeausrüstung eine teilweise recht komplexe Aufgabe, was sich unter anderem beim Fußbodenaufbau zeigte. Hier setzte das zuständige Kölner Ingenieurbüro Lautenbach aufgrund langjähriger guter Erfahrung auf die klassische cuprotherm-Flächenheizung mit Kupferrohren und kombinierte sie mit dem neuartigen Fußbodenaufbau ekoBoden.

Diese Dünnschicht-Variante erwies sich beim Kölner Bauvorhaben als das am besten geeignete Mittel. Denn die vielen Versorgungsstränge für die Hauselektrik, die teils entlang des Fußbodens geführt werden, ließen keine herkömmliche Verlegung zu und "kosteten" zudem Aufbauhöhe. Der Ausgleich erfolgte durch die ekoBoden-Variante, die dank einer speziellen Noppenplatte einen besonders dünnschichtigen Aufbau ermöglicht. "Der Fußboden mit reduzierter Aufbauhöhe kommt den Planern bei vielen aktuellen Bauvorhaben entgegen", erläutert Ulrich Busowitz, Außendienstmitarbeiter der Wieland-Werke AG. "Denn diese sehen sich immer öfter mit der Herausforderung konfrontiert, die Vorgaben der Architektur, der Elektrik-Planung und des Heizungs- und Fußbodenbaus in Einklang zu bringen. Die neue Variante ekoBoden ermöglicht dem TGA-Planer eine relativ freie Gestaltung des Aufbaus, verbunden mit erheblich weniger Zeitaufwand.

Flexibilität beim Fußbodenaufbau

Im konkreten Fall erlaubte die gewählte Dünnschicht-Variante die Verlegung der Elektrik vollkommen unabhängig vom Flächenheizsystem. Der Fußbodenaufbau basiert in den Carlswerk-Wohnungen auf einer Dämmplatte, in die die Bahnen für die Elektroleitungen hineingeschnitten wurden, sodass die freie Führung der Leitungen gewährleistet war. Darauf installierte der Heizungsbauer eine zweite, 20 mm starke EPS-Dämmschicht, die der Trittschalldämmung dient und gemäß den technischen Richtlinien auch durchgehend verlegt wurde. Auf diese beiden Schichten folgt die zur ekoBoden-Verlegevariante gehörende Noppenplatte, in welche das Heizungsbauteam die CTX-Kupferrohre integrierte. Auf diese Noppenplatte wurde der Nassestrich verlegt, der im Vergleich zu herkömmlichen Böden grundsätzlich mit einer geringeren Dicke ausgeführt werden kann. Insgesamt ergab sich dadurch trotz abweichendem Aufbau eine Gesamthöhe, die normalen Abmessungen für Aufbauten im Neubau entspricht. "Die Dünnschicht-Variante ekoBoden hatte beim vorliegenden Bauvorhaben zudem den Vorteil, dass der Heizungsbauer auf die Fixierung der Rohre mit Metallankern verzichten konnte", erklärt Bernd Quiel von der Wieland-Werke AG, der an der Planung des Fußbodenaufbaus beteiligt war. "Die Befestigung der Rohre in der Noppenplatte und das Gewicht des Estrichs reichen zur Stabilisierung vollkommen aus."

cuprotherm-Flächenheizsystem mit neuen Bodenaufbauten

Als Ergänzung zum klassischen cuprotherm-System für Trocken- und Nassbau sowie Gussasphalt bietet die Wieland-Werke AG mit cuprotherm CTX ein besonders flexibles Markenkupferrohr, das dem Anwender einen hohen Montagekomfort und wirtschaftliche Vorteile bietet. Ermöglicht wird dies durch ein leichtes, gewichtsreduziertes Kupferrohr, das mit einer fest haftenden Kunststoffummantelung versehen ist. cuprotherm CTX verfügt über eine für Metallrohre bisher nicht gekannte Flexibilität und lässt sich damit besonders einfach und leicht installieren. Neu im Programm für das cuprotherm-System sind seit 2011 die Modelle "cuprotherm MINI" ohne zusätzliche Aufbauhöhe sowie "cuprotherm ekoBoden" mit minimaler Estrichdicke bei hoher Tragfähigkeit. Beide Modelle sind prädestiniert für Bauvorhaben in der Bestandsrenovierung mit dem Schwerpunkt energetische Sanierung.

Objekt: Carlswerk-Quartier, Köln
Bauherr: GAG Immobilien AG, Köln
Architektur: Molestina Architekten, Köln/Madrid
TGA-Planung: Ingenieurbüro Rolf Lautenbach, Köln