Lesegenuss in wohl temperierten historischen Räumen

Vorburg Schloss Horst wird saniert und zur Bibliothek umgebaut

Stadt Gelsenkirchen restauriert: Bauherr setzt auf cuprotherm Wand- und Fußbodenheizung

Das Schloss Horst gilt heute als wichtigster Renaissancebau des Ruhrgebietes. Dieser historische

Schatz wird entsprechend gepflegt. Zuerst wurde das Hauptgebäude vom Bauherren, der Stadt Gelsenkirchen,

aufwändig renoviert und erstrahlt seither in neuem Glanz. Danach widmete sich die

Kommune dem Nebengebäude, der sogenannten Vorburg mit 750 m² Grundfläche. Sie ließ die 1856

errichteten ehemaligen Stallungen des Schlosses ebenfalls sanieren und technisch auf den neuesten

Stand bringen. Gefördert wurde dieses Projekt nicht nur vom "Förderverein Schloss Horst e.V.", sondern

auch aus Mitteln der Stadterneuerung des Landes NRW. Im Zuge der Sanierung wurde das

historische Ziegelstein-Bauwerk umgewidmet. Es wird nun als Stadtteil-Bibliothek und Bürgercenter

genutzt. Ganz entgegen der landläufigen Vorstellung von Schlössern als "zugigen alten Gemäuern"

erhielt die Vorburg eine moderne Wand- und Fußbodenheizung, die in den Lesesälen und Büroräumen

für wohlige Wärme sorgt. Zum Einsatz kam das cuprotherm-Flächenheizsystem der Wieland-

Werke, das nicht nur für den Neubau, sondern auch für das Bauen im Bestand prädestiniert ist. Dabei

setzte der Bauherr auf bewährte Technik, denn bei der Sanierung des Hauptgebäudes im Schloss

Horst wurde ebenfalls eine cuprotherm-Fußbodenheizung verlegt, die nach Angaben der Projektpartner

zuverlässig ihren Dienst erfüllt. In der Vorburg wurden im Rahmen der Sanierung insgesamt rund

6.300 m des flexiblen Markenkupferrohres CTX für die Wand- und Fußbodenheizung verlegt. Die

Installation erfolgte unter Erhaltung von zentralen Teilen der historischen Bausubstanz. Gerade hier

zeigten sich die besonderen Vorteile des eingesetzten Rohrsystems: extrem leichte Biegbarkeit mit

engen Biegeradien erlaubten eine vereinfachte Rohrführung und das geringe Gewicht ein einfaches

Handling. Für die TGA-Fachplanung zeichnet das Ingenieurbüro Winkels Behrens Pospich aus

Münster zuständig, das sich unter anderem auf Museen und Archive spezialisiert hat.

Nach der Entkernung des denkmalgeschützten Gebäudes wurde das historische Ziegelsteinmauerwerk

des Gebäudes zunächst von innen mit stützendem Betonmauerwerk verstärkt. Im Anschluss begann

das Team des Gelsenkirchener SHK-Fachbetriebes Paul Lindemann mit der Verlegung der

Wandheizung. Auf die Betonsteingrundlage brachte das Bauteam im ersten Schritt Metallgitter auf

und fixierte darauf die ummantelten Kupferrohre. "Aufgrund zahlreicher Übergänge und vieler Einzelsegmente

wie Stahlträger und runde Fenster im Mauerwerk gestaltete sich die Führung des Rohrsystems

besonders anspruchsvoll", erklärt der zuständige technische Berater Ulrich Busowitz von der

Wieland-Werke AG. "Bedingt durch die baulichen Gegebenheiten wurden zudem die Verteiler für die

Flächenheizung im Dachboden angebracht."

Flächentemperierung: Hoher Komfort durch Strahlungswärme

Für die 220 m² umfassende Wandheizung ebenso wie für die 650 m² große Fußbodenheizung kam

das flexible CTX-Kupferrohr in der Dimension 14 mm zum Einsatz. Über die hoch wärmeleitfähigen

Kupferrohre wird die Heizenergie der durch Erdwärme betriebenen Heizungsanlage mit insgesamt

rund 60 kW Leistung in den 6,5 m hohen Räumen gleichmäßig verteilt (Leistung: ca. 43 kW über Erdwärme,

Spitzenlast wird über Erdgas-Therme abgedeckt). Trotz des voluminösen Hauptsaals mit der

selbst für Altbauten überdurchschnittlichen Deckenhöhe erfolgt dies mit einer Vorlauftemperatur von

40 °C besonders energieeffizient. Damit der sparsame Energieeinsatz möglich wird, investierte der

Bauherr nicht nur in die moderne Flächentemperierung und den Ausbau der Seitenwände, sondern

ließ auch die Fachwerk-Dachkonstruktion aufwändig sanieren und im Anschluss fachgerecht dämmen.

"Als Niedertemperatur-System harmoniert die Flächenheizung hervorragend mit der ebenfalls

installierten Wärmepumpe, welche die geeignete Vorlauftemperatur liefert", erläutert Ulrich Busowitz

die technischen Vorzüge der regenerativen Energieversorgung. Die gleichmäßige und großflächige

Flächentemperierung ist ein besonderer Vorzug der hier installierten Ausführung der Wand- und Fußbodenheizung

und wird als sehr behaglich empfunden. Aufgrund der physikalisch bedingten Wärmeabgabe

größtenteils über Strahlung erwärmen insbesondere Wandheizungen hauptsächlich die raumumschließenden

Flächen, also den Baukörper, und nicht die Raumluft. Neben dem hohen Wärmekomfort

kommt bei Wandheizungen zudem ein gesundheitlicher Aspekt zum Tragen: es findet auch in

hohen Räumen so gut wie keine thermisch initiierte Luft- und Staubzirkulation statt. Dies ist gerade für

Allergiker, deren Anteil in der Bevölkerung kontinuierlich steigt, ein wesentlicher Aspekt.

Fußbodenheizung rundet die Installation ab

Nach der Installation der Wandheizung, die in Teilbereichen besonders behutsam erfolgen musste,

verlegte der SHK-Betrieb Paul Lindemann die Fußbodenheizung. Hier kam ebenfalls das cuprotherm-

System im EG zur Anwendung, in Verbindung mit einem klassischen Nassestrich-Bodenaufbau. Als

Basis dient eine 125 cm dicke Wärme- und Trittschalldämmung, auf die eine Rasterfolie und die Verrohrung

montiert wurde. Das "flexible" Kupferrohr lässt sich hierbei viel einfacher und schneller installieren,

als man dies bei klassischer Rollenware erwarten würde. Eine 55 cm dicke Nassestrichschicht

überdeckt die Installation. Der Bodenbelag, bestehend aus Dithfurther Kalkstein (20 mm), schließt

den Fußbodenaufbau ab. Durch die zusätzliche Fußbodenheizung, die die Wandheizung unterstützt,

wird der Strahlungswärmeeffekt unterstützt. Beide Teilsysteme sorgen in Kombination für die effektive

und energieeffiziente Temperierung der überdurchschnittlich hohen und anspruchsvoll zu beheizenden

Räume.

Das Schloss Horst (Quelle: www.schloss-horst.de)

Die Geschichte des Horster Ministerialadelssitzes im damaligen Vest Recklinghausen lässt sich bis in das

ausgehende 12. Jahrhundert zurück verfolgen. Als Rütger von der Horst bei der Erbteilung im Jahre 1547

in Besitz der väterlichen Burg gekommen war, ließ er diese nach seinen Vorstellungen umgestalten. Ein

Brand setzte diesem Vorhaben 1554 ein Ende. Noch im gleichen Jahr entschloss sich der Burgherr, den

vermutlich stark beschädigten Burgbau zu schleifen und an dessen Stelle eine regelmäßige Schlossanlage

im Stil des niederländischen Manierismus, eine dekorative Spielart der Renaissance, zu errichten. Die Bauarbeiten

begannen 1555. Als leitenden Baumeister konnte er mit Arnt Johannsen toe Boecop den Stadtbaumeister

von Arnheim gewinnen. So entstand in etwa 20 Jahren nach den Wünschen des Bauherrn und

wahrscheinlich Plänen des Arnt Johannsen eine regelmäßige Anlage auf quadratischem Grundriss mit vier

vorgeschobenen Ecktürmen, die "welsche Hauben" krönten.

Trotz intensiven Erhaltungsbemühens der Eigentümer verfiel Schloss Horst im Laufe der Zeit. So blieb

nach 1850 von der ehedem prächtigen Anlage nur ein Teil erhalten, der bis in die 1920er Jahre landwirtschaftlich

genutzt wurde. Einer damals begonnenen ersten Phase öffentlicher Nutzung als Volkserholungsstätte

folgte nach 1970 ein erneuter Niedergang. Mit dem Engagement des im Jahre 1985 gegründeten

Förderverein Schloss Horst setzte schließlich die grundlegende Rettung des Schlosses ein, welches nach

umfangreicher Renovierung als Kultur und Bürgerzentrum mit integriertem Standesamt und gepflegter

Gastronomie der Öffentlichkeit übergeben wurde.

cuprotherm-Flächenheizsystem mit neuen Bodenaufbauten

Als Ergänzung zum klassischen cuprotherm-Flächenheizsystem für Trocken- und Nassbau sowie Gussasphalt

bietet die Wieland-Werke AG mit cuprotherm CTX ein besonders flexibles Markenkupferrohr,

das dem Anwender einen hohen Montagekomfort und wirtschaftliche Vorteile bietet. Ermöglicht wird

dies durch ein leichtes, gewichtsreduziertes Kupferrohr, das mit einer fest haftenden Kunststoffummantelung

versehen ist. cuprotherm CTX verfügt über eine für Metallrohre bisher nicht gekannte Flexibilität

und lässt sich damit besonders einfach und leicht installieren. Neu im Programm der cuprotherm-Flächenheizung

sind die Modelle „cuprotherm MINI“, Estrichfräsen ohne zusätzliche Aufbauhöhe sowie

"cuprotherm ekoBoden", eine Dünnestrichlösung ab 33 mm bei hoher Tragfähigkeit. Beide Modelle sind

prädestiniert für Bauvorhaben in der Bestandsrenovierung mit dem Schwerpunkt energetische Sanierung.

Objekt: Schloss Horst, Gelsenkirchen: Umbau und Sanierung der Vorburg

Bauherr: Stadt Gelsenkirchen

TGA-Planung: Ingenieurbüro Winkels Behrens Pospich, Münster

Heizungsbau: Paul Lindemann, Gelsenkirchen

Architektur Umbau: Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH, Münster