Das Internationale Maritime Museum

Hamburgs neue Adresse für Freunde maritimer Kostbarkeiten

Flächenheizung mit cuprotherm von Wieland

Wer auf hoher See oder zu Lande den Koordinaten 53° 32' 36.04"N 10° 00' 00.00"E folgt, gelangt zum historischen Kaispeicher B, dem ältesten Speicher in der Hamburger Speicherstadt und der HafenCity. In dem Gebäude mit außergewöhnlich markanter Architektur (Baujahr 1878/79) ist nach umfangreichen Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen das Internationale Maritime Museum Hamburg eingezogen. Auf ca. 11.500 m² Ausstellungsfläche, verteilt auf zehn Stockwerken, ist hier die weltweit einzigartige Sammlung von Prof. Peter Tamm zu bewundern, die ca. 27.000 Schiffsmodelle, 35.000 Konstruktionspläne von Schiffen sowie eine Vielzahl an nautischen Geräten, Gemälden und Grafiken umfasst. Der denkmalgeschützte Kaispeicher B, der neben der neuen Elbphilharmonie oder dem Science Center einen weiteren kulturellen Höhepunkt der HafenCity darstellt, beherbergt zudem das Institut für Schifffahrtsund Marinegeschichten. Im gesamten Gebäude dominieren die Baumaterialien Holz, Stahl und Kupfer. So auch im Erdgeschoss, wo zur Beheizung des Foyers, Museumshops, Cafés und Bistros mit cuprotherm von den Ulmer Wieland-Werken Europas meistverlegtes Flächenheizsystem aus Kupfer zum Einsatz kommt. Auf Wunsch des Bauherren wählte man die Verlegevariante mit Gussasphalt, der in zwei Lagen und mit einer speziellen Oberfläche aufgetragen wurde.

"Die maritime Entwicklung der Menscheit"

Die HafenCity Hamburg zählte mit 155 Hektar Plangebiet zu einem der markantesten innerstädtischen Stadtentwicklungsvorhaben Europas. Zwischen Speicherstadt und Elbe entstand hier ein neues Stadtviertel mit einer Mischung aus Wohnen, Büro, Freizeit, Kultur, Tourismus und Handel, das die Hamburger Innenstadt um rund 40 Prozent erweitert.

Der Kaispeicher B, gebaut im Stil der Backsteingotik, prägt wie kein anderes Gebäude mit seinen Spitzbögen, Treppengiebeln und Gesimsen das Bild der historischen Speicherstadt und bildet daher auch aus architektonischer Sicht den perfekten Rahmen für das einzigartige Konzept des weltweit ersten internationalen maritimen Museums. In Inhalt und Aufbau basiert es auf dem Gedanken und Leitmotiv Peter Tamms: "Schifffahrtsgeschichte ist Menschheitsgeschichte". Denn hinter all den Modellen, Plänen, Büchern und Bildern steht der Mensch. Die Exponate sind daher lebendiges Zeugnis der Geschichte, der handelnden Menschen. Um diese Botschaft nachfolgenden Generationen zu erhalten, bietet das Museum ein ideales Forum, in dem die besondere Aura des alten Speichers spürbar wird. Anhand der jeweiligen Ausstellungsstücke können die Besucher deren Geschichte im Zusammenhang ihrer Entstehung nachvollziehen.

Historische Bausubstanz – klassische Baumaterialien

Die historische Bausubstanz des denkmalgeschützten Speichers erforderte ein besonderes Fingerspitzengefühl aller am Bau Beteiligten. Um den ursprünglichen Charakter des neogotischen Backsteinbaus zu erhalten, wurden rund 7.000 Quadratmeter Fassade saniert. Hierfür mussten ca. 50.000 Steine in Handarbeit ausgestemmt, bearbeitet und anschließend wieder eingesetzt werden. Im Innenbereich gewähren nun großzügige Deckenausschnitte Durchblicke und räumliche Überblicke über mehrere Geschosse und bringen auf diese Weise zusätzliches Licht in die relativ niedrigen Räume. Die historischen Holzkonstruktionen, die zahlreichen genieteten Stahlpfeiler wie auch die Holzfußböden auf allen zehn "Böden" wurden sorgfältig gereinigt, ausgebessert und die notwendigen Brandschutzmaßnahmen getroffen. Da Bauherr und Architekt so wenig sichtbare Heizflächen wie möglich wünschten, konstruierte das Planungsbüro Feimann Engineering GmbH spezielle Deckensegel aus eingefärbtem und lackiertem Kupfer. In Kombination mit den Holzdecken verbergen diese auf den Böden eins bis zehn optisch sehr reizvoll die darunter liegenden Heiz- und Kühldecken (Aluminium und Kupferrohre), die verbindenden Kupfer-Rohrleitungen sowie die Anbindungsleitungen der Sprinkleranlage und der Beleuchtung. Wie zahlreiche Details an den Fenstern und im Außenbereich, bestehen auch die Verkleidungen der Lüftungsschächte im Dachgeschoss aus Kupfer. Ebenfalls aus Kupfer, jedoch nicht sichtbar, sind die cuprotherm-Heizungsrohre von Wieland, die für die Fußbodenheizung im Erdgeschoss verwendet wurden. Da man sich hier für einen Bodenbelag aus Gussasphalt entschieden hatte, kam das blanke Kupferrohr zum Einsatz. Nicht zuletzt aufgrund der großen Hitzebeständigkeit eignet sich Kupfer besser als jeder andere Werkstoff für diese Verlegevariante.

Flächenheizung mit cuprotherm.blank im gesamten Erdgeschoss

Im Erdgeschoss mit rund 1.030 m², das neben dem Foyer mit Kassenbereich die Garderobe, einen Museumsshop, ein Café und ein Bistro beherbergt, musste der Boden zunächst auf der gewünschten Höhe nachträglich eingezogen werden. Für die Verlegung der Fußbodenheizung aus cuprotherm- Kupferrohr mit Gussasphalt wurde zunächst eine Ausgleichsschicht eingebracht, welche die vorhandenen Unebenheiten bereinigte.

Anschließend folgten zwei Schichten aus verdichteter Mineralfaser zur Dämmung. Damit beim späteren Einbringen des Gussasphalts nichts zwischen die Fugen der Dämmung gelangen konnte, wurde Wollfilzrohpappe verlegt. Zwei der insgesamt sechs Mitarbeiter der Plock Elektro GmbH, die mit der gesamten Haustechnik im Kaispeicher beauftragt waren, verlegten anschließend die blanken cuprotherm- Heizungsrohre von Wieland in der Abmessung 14 x 0,8 mm in einem Abstand von 25 cm auf die nachfolgende Verlegefolie. Die Kupferrohre wurden mit Doppelankern befestigt, die Rohrverbindungen hartgelötet. Mit Ausnahme des Kassenbereichs, der angrenzend an den Museumsshop leicht erhöht auf einem Podest platziert ist, wurde überall im Erdgeschoss – auch unterhalb der Treppe – cuprotherm verlegt. Vor den Fenstern im Café und im Bistro wurden zusätzlich Unterflurkonvektoren angebracht. Die Fußbodenheizung wird über insgesamt fünf Verteiler mit jeweils zwischen fünf und zehn Heizkreisen gesteuert. Im Untergeschoss des Museums befindet sich die Fernwärme-Übergabestation, über welche die Flächenheizung künftig mit einer Vorlauftemperatur von 45 °C (Rücklauftemperatur 35 °C) außentemperaturabhängig betri eben wird.

Gussasphalt als Bodenbelag

Auf einer so großen Baustelle wie in Hamburg, wo viele Gewerke reibungslos ineinandergreifen müssen, ist Gussasphalt eine sehr gute Lösung. Denn im Gegensatz zu in Estrich verlegten Heizflächen ist durch das schnelle Erkalten der mit 240 °C ausg ebrachten Gussasphaltschicht die Heizung in kurzer Zeit funktionsfähig und zudem die Oberfläche schneller wieder begehbar. Zunächst kam eine Lage Gussasphalt auf die verlegten Rohre im ersten Bauabschnitt (Foyer, Museumsshop, Garderobe), bevor anschließend die Verlegung in der Passage zwischen Shop und Bistro und im Café durchgeführt wurde. Nachdem hier die erste Lage Gussasphalt ausgebracht war, folgte die zweite Lage (mit 2-3 cm) auf der gesamten Fläche. Durch die Zugabe einer speziellen Körnung, mehrfachem Schleifen und abschließendem Versiegeln entstand dabei eine terrazzoähnliche Oberfläche.

Das cuprotherm-Flächenheizungssystem von Wieland ist die meistverlegte Kupferrohr-Flächenheizung Europas. Durch den optimierten Rohraufbau von cuprotherm.plus wird der Vorteil der hohen Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs Kupfer konsequent genutzt. Das Resultat: Bis zu 20 Prozent mehr Heizleistung. Das cuprotherm.plus-Heizungsrohr ist patentiert für den Bereich Boden- und Wandheizung und eignet sich sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen.

Internationales Maritimes Museum

Die Basis für das Internationale Maritime Museum wurde gelegt, als der damals 6-jährige Peter Tamm von seiner Mutter das Modell eines Küstenmotorschiffs geschenkt bekam. Dieses Geschenk nimmt einen Ehrenplatz in der Sammlung ein, denn es prägte das Leben des Hamburgers bis zum heutigen Tag. Prof. Peter Tamm hat nun seine umfangreiche private Sammlung in eine Stiftung (Peter Tamm sen. Stiftung) seiner Vaterstadt Hamburg überführt. Diese wird im Kaispeicher B präsentiert, der wie kein anderes Gebäude die entscheidende Zeit in der Entwicklung des Hamburger Hafens, nämlich der Ära zwischen Reichsgründung 1872, dem 1888 vollzogenen Zollanschluss und schließlich der Gründung des Freihafens verkörpert. Für alle Besucher, die sich für die Geschichte der Seefahrt interessieren, bietet das neue Museum mit seinem auch aus architektonischer Sicht einzigartigen Konzept den idealen Rahmen, um zu sehen, zu lernen und zu träumen. Aufgeteilt in sieben Themenbereiche werden etwa 25.000 kleine und 900 große Schiffsmodelle, 5.000 Gemälde, 1.500.000 Fotografien, 120.000 Bücher und Atlanten, 50.000 Konstruktionspläne, unzählige Dokumente, Uniformen, Waffen, Handwerksgeräte, nautische und Fernmeldegeräte, Möbel, Speisekarten, Porzellan, Silber und vieles mehr gezeigt. Ein besonderes Highlight sind 47 Originalbriefe des englischen Admirals Horatio Nelson.

Adresse für Seebären: 53° 32' 36.04"N 10° 00' 00.00 "E
Für Landratten: Magdeburger Straße 1, HafenCity
www.internationales-maritimes-museum.de

Im Bericht erwähnte Firmen:
- Feimann Engineering GmbH, Erfstadt (www.feimann.com)
- Plock Elektro GmbH, Westoverledingen-Völlerfehn (www.elektro-plock.de)
Architekten: Markovic, Ronai, Lütjen, Voss Architekten, Hamburg (www.mrlv.de)
Ausführung: Timm + Goullon, Hamburg
Generalunternehmer: Otto Wulff Bauunternehmung, Hamburg (www.otto-wulff.de)
Projektsteuerung: GSP Gesellschaft für Städtebau und Projektentwicklung (www.gsp-staedtebau.de)