Henninger Turm in Frankfurt

cuprotherm-Flächenheizung sorgt im Neubau für optimales Raumklima

Eingangsbereich mit Fußbodenheizung der Wieland-Werke AG ausgestattet.

Mit seinen rund 120 m Höhe galt der Henninger Turm als eines der Wahrzeichen der Skyline von Frankfurt am Main. Das 1961 im Stadtteil Sachsenhausen fertiggestellte Bauwerk war ein Getreidesilo der Henninger Bräu AG. Es wurde abgerissen, um an gleicher Stelle ein 140 m hohes Wohnhochhaus zu errichten, das sich von der Geometrie der Außenhülle her allerdings stark am Original orientiert. Aufden rechteckigen rund 100 m hohen Basisbaukörper wurde ein zylindrischer Turmaufsatz gebaut, im Volksmund "das Fass" genannt. Analog zum Altbau zog in die obersten Etagen ein Restaurant ein, die restlichen Stockwerke sind für reine Wohnnutzung vorgesehen. Die energieeffiziente Temperierung ist eine zentrale Herausforderung für den ressourcenschonenden Betrieb. Wie es sich für ein modernes Bauwerk gehört, wurde der Henninger Turm hierfür mit einem Niedertemperatursystem ausgestattet.

Die Basis bilden zwei Wasser-Wärmepumpen mit 1.134 Kilowatt Leistung für die Grundlast, ergänzt von zwei Gas-Brennwertkesseln mit je 1.080 Kilowatt Leistung für die Spitzenlast. Als "natürlicher Partner" für die Verteilung der Heizenergie mit 35° Vor lauftemperatur kam eine Flächentemperierung zum Einsatz. Während in den einzelnen Eigentumswohnungen Heiz- und Kühldecken installiert wurden, sorgt in zentralen allgemeinen Bereichen die Fußbodentemperierung für das richtige Raumklima. So verfügt die Empfangshalle als erster Großraum über ein cuprotherm-Flächenheizsystem der Wieland-Werke AG.

Nach Angaben des für die Gebäudetechnik zuständigen Generalunternehmers Caverion ist der Henninger Turm eines der höchsten Wohngebäude Deutschlands. Auf 40 Etagen entstanden 209 Wohnungen, ergänzt von rund 12.000 m² Gewerbefläche zur Nahversorgung (mit Edeka, Aldi, dm, Apotheke, moderner Brauereigastronomie sowie Fitness- und Wellnessclub von Elements) im Podium des Turmareals und dem Restaurant mit Aussichtsplattform im 38. und 39. Obergeschoss mit einmaligem Blick auf Frankfurts Skyline.

In den einzelnen Eigentumswohnungen erfolgte laut Generalunternehmer ein Grundausbau der Sanitär- und Heizungstechnik, der auf Wunsch der Eigentümer angepasst und ergänzt werden konnte. "Zum zentralen Standard gehören Heiz- und Kühldecken, und die Bäder sind auf Wunsch zusätzlich mit Fußbodenheizung ausgestattet", erklärte der für das Gewerk Heizung und Sanitär zuständige Caverion- Bauleiter Thomas Menacher. "Der Vorgabe des Architekten entsprechend sollen sämtliche Räume im gesamten Gebäude mit einer Vorlauftemperatur von 35 °C temperiert werden können. Folglich kommen überall Niedertemperatur-Teilsysteme zur Anwendung." Während die einzelnen Eigentumswohnungen aufgrund der individuellen Sonderausstattungen in der Planung und Installation komplexer sind, ermöglichten die gemeinsam zu nutzenden Gebäudeteile eine einfachere Umsetzung mit Systemen aus "einem Guss". Ein solches Teilsystem ist die cuprotherm-Fußbodenheizung der Wieland-Werke AG, die im zentralen Eingangsbereich installiert wurde. Auch die Einzelhandelsflächen im zum Ensemble gehörenden Podium wurden im Anschluss mit dem Fußbodenheizsystem ausgestattet. Zudem ist die Installation im Restaurant im 39. OG des Henninger Turms geplant. "Die cuprotherm-Fußbodenheizung mit dauerhaft sauerstoffdiffusionsdichten Kupferrohren ermöglicht eine energieeffiziente Beheizung bei gleichzeitig maximalem Wärmekomfort", erläutert Oliver Hattemer vom Technischen Außendienst der Wieland-Werke AG, der lieferantenseitig für das Projekt zuständig zeichnete. "Das Architekturbüro setzte hier auf den Werkstoff Kupfer als langlebiges und über Jahrzehnte betriebssicheres Material", so Oliver Hattemer.

Behagliches Raumklima bereits beim Betreten des Gebäudes

In der Eingangshalle, die aus drei durch Treppen verbundenen Ebenen besteht, wurde Kupferrohr in der Dimension 14 x 2 mm mit 10 cm Verlegeabstand installiert. Drei Verteiler versorgen den zentralen Eingangsbereich mit Wärmeenergie. Dank der Verbindung von Wärmepumpe und Flächentemperierung als Niedertemperatursysteme ist nicht nur das Beheizen, sondern auch die Kühlung des lichtdurchfluteten Foyers möglich. Durch diese Doppelfunktion sorgt das Flächentemperierungssystem von Wieland bereits beim Betreten des Gebäudes für ein ganzjährig behagliches Raumklima. Aufgrund der erhöhten Schallschutzanforderungen wurde das cuprotherm-System nicht nur mit einer herkömmlichen Trittschalldämmung, sondern zusätzlich mit einer speziellen Noppenfolie installiert. Die Basis des Bodenaufbaus bildet eine 40 mm dicke EPS-Wärmedämmung, auf die, durch eine 0,2 mm PE-Folie getrennt, eine 30 mm EPS-Trittschalldämmplatte aufgebracht wurde. Auf diese folgt die Noppenfolie, in deren Aussparungen die ummantelten CTX-Kupferrohre verlegt wurden. Im Anschluss wurde der Heizestrich eingebracht, der die Rohkonstruktion abdeckt und mit 95 mm Dicke der geforderten, erhöhten Bodenbelastbarkeit von 5 kN pro m² Rechnung trägt. Der Bodenaufbau findet seinen Abschluss zum Teil durch einen Natursteinbelag, zum Teil durch einen Fliesenbelag.

cuprotherm-Flächenheizsystem mit insgesamt 14 Bodenaufbau-Varianten

Als Ergänzung zum klassischen cuprotherm-Flächenheizsystem für Trocken- und Nassbau sowie Gussasphalt bietet die Wieland-Werke AG mit cuprotherm CTX ein besonders flexibles Markenkupferrohr, das dem Anwender einen hohen Montagekomfort und wirtschaftliche Vorteile bietet. Ermöglicht wird dies durch ein leichtes, gewichtsreduziertes Kupferrohr, das mit einer fest haftenden Kunststoffummantelung versehen ist. cuprotherm CTX verfügt über eine für Metallrohre bisher nicht gekannte Flexibilität und lässt sich damit besonders einfach und leicht installieren. Die jüngsten Varianten im Programm für das cuprotherm-System sind die Modelle "cuprotherm MINI" ohne zusätzliche Aufbauhöhe sowie "cuprotherm ekoLight" und "cuprotherm ekoBoden" mit minimaler Estrichdicke bei hoher Tragfähigkeit. Alle drei Modelle sind prädestiniert für Bauvorhaben in der Bestandsrenovierung mit dem Schwerpunkt energetische Sanierung.

Objekt: Neubau Wohnhochhaus Henninger Turm, Frankfurt am Main
Bauherr: Actris Henninger Turm GmbH & Co. KG, Mannheim
Architektur: Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt am Main
Generalunternehmer für TGA: Caverion Deutschland GmbH, Deggendorf