Der neue Experimentierhörsaal der TU Ilmenau

Tradition trifft Moderne:

"Röntgenbau" mit moderner Glasfassade und cuprotherm-Flächenheizsystem von Wieland

Natur- und Ingenieurwissenschaften haben eine lange Tradition in Ilmenau: Seit Eröffnung des

Thüringer Technikums 1894, aus dessen Nachfolgeinstitutionen 1990 die Technische Universität

(TU) Ilmenau hervorging, werden in der thüringischen Stadt Naturwissenschaftler und

Ingenieure ausgebildet. Heute bietet die TU Ilmenau ihren rund 6.900 Studierenden die gesamte

Bandbreite natur- und ingenieurwissenschaftlicher Studienrichtungen. Um den Studierenden

experimentelle Vorführungen mit einer modernen Infrastruktur bieten zu können, erweiterte

die TU Ilmenau ihr Angebot um einen neuen Experimentierhörsaal für Physik und Chemie.

Der "Röntgenbau" entstand in unmittelbarer Nähe des alten und neuen Technikums ("Curiebau"

und "Faradaybau"). Er bildet mit seiner attraktiven Glasfassade einen gelungenen

Kontrast zu den Altbauten der TU. Für die Beheizung des Experimentierhörsaals entschieden

sich die verantwortlichen Planer für das cuprotherm-Flächenheizsystem der Ulmer Wieland-

Werke AG, das mit blanken Kupferrohren in Verbindung mit Gussasphaltestrich verlegt wurde.

Die Besonderheit: Der schwarze Gussasphalt wurde im Anschluss lediglich mit einer Emulsionsbeschichtung

versiegelt – die dunklen Fußbodenflächen des Hörsaals sorgen so zusammen

mit der Glasarchitektur für ein optisch ansprechendes Interieur.

Hörsaal für physikalische und chemische Experimente mit Vorbereitungsräumen

Der neue Experimentierhörsaal ist mit einer modernen Infrastruktur ausgestattet und bietet den Ausbildern

die Möglichkeit, ihren Studenten technisch anspruchsvolle Versuche vorzuführen. Im "Röntgenbau",

dessen Auditorium mit ansteigend angeordneten Sitzreihen der klassischen Hörsaal-Architektur

folgt, werden die Dozenten sowohl physikalische als auch chemische Experimente demonstrieren

können. Hierzu sind im Neubau auch zwei Vorbereitungsräume untergebracht, die sich unmittelbar

hinter dem Vorführbereich befinden – ein Raum ist für die physikalischen Versuche vorgesehen,

der zweite für die chemischen. Zudem umfasst der "Röntgenbau" ein weiträumiges Foyer und eine

Cafeteria, in der sich die Studenten mit Speisen und Getränken versorgen können.

cuprotherm-Flächenheizung mit blankem Kupferrohr

Für die Beheizung des "Röntgenbaus" kommt das cuprotherm-Flächenheizsystem von Wieland zum

Einsatz. Die Flächenheizung sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und für ein angenehmes

Wärmeempfinden im gesamten Gebäude. Das für die Planung zuständige Ingenieurbüro IBA aus

Jena entschied sich bewusst für den Einsatz einer Fußbodenheizung: "Das Haus ist sehr kompakt gebaut

und die meisten Flächen im Innenraum werden intensiv genutzt, sodass sie sich kaum für die

Aufstellung konventioneller Heizkörper eignen. Aus diesem Grund setzten wir bei der Planung des

Gebäudes auf die Installation einer Fußbodenheizung", erklärt Planer Kay Otto vom Ingenieurbüro

IBA. Da die Fußbodenheizung mit Gussasphalt verlegt wurde, kam ausschließlich ein extrem hitzebeständiges

System mit blanken Kupferrohren in Frage, das Temperaturen von 240 °C problemlos toleriert.

Nach Abstimmung des Ingenieurbüros IBA mit dem zuständigen Heizungsbauunternehmen

Thiele WKT GmbH aus Gräfentonna entschied man sich für das cuprotherm-System der Wieland-

Werke AG. "Neben dem guten Ruf, den die Wieland-Flächenheizung genießt, waren hierbei die positiven

Erfahrungen der Heizungsbaufirma Thiele WKT mit cuprotherm ausschlaggebend", betont

Planer Kay Otto. Mit der Firma Thiele WKT wurde ein Heizungsbauunternehmen beauftragt, das langjährige

Erfahrung in der Verlegung von Flächenheizsystemen und erstklassige Referenzen vorweisen

kann. So verlegte das Unternehmen beispielsweise eine Schwingbodenheizung im Schloss Sondershausen

auf einer Fläche von insgesamt 1.500 Quadratmetern.

Fußbodenheizung auf einer Fläche von 500 Quadratmetern

Die cuprotherm-Fußbodenheizung mit der Abmessung 14 x 0,8 mm ist im "Röntgenbau" auf einer

Fläche von rund 500 Quadratmetern installiert und weist eine Länge von 2.750 Rohrmeter im gesamten

Gebäude (Erd- und Untergeschoss) auf. Im Erdgeschoss wurde das Flächenheizsystem mit

einem Verlegeabstand von 20 cm im Hörsaal, in den beiden Vorbereitungsräumen sowie im Foyer

verlegt. In der Cafeteria, die sich im Untergeschoss befindet, wird ebenfalls cuprotherm eingesetzt.

Lediglich im Hörsaal wird die Flächenheizung von einem herkömmlichen Heizkörper, der direkt unter

der Glasfassade angebracht ist, punktuell unterstützt. Die Wärmeverteilung übernehmen insgesamt

fünf Verteiler: vier befinden sich im Untergeschoss des Gebäudes und versorgen die Heizkreise der

Cafeteria, des Hörsaals und des Foyers, ein Verteiler steht in einem der Vorbereitungsräume und

bedient beide Nebenräume.

Fußboden mit besonderer Gussasphalt-Optik

Die Basis des Fußbodenaufbaus bildet eine aus zwei Schichten bestehende Dämmung. Die erste

Schicht ist im Erd- und Untergeschoss 50 mm hoch und wurde mit Aussparungen für unterschiedliche

Versorgungskabel angebracht, die nach der Kabelverlegung mit einer Trockenschüttung aufgefüllt

wurden. Die zweite Schicht ist im Erdgeschoss 30 mm und im Untergeschoss 50 mm hoch. Die

Dämmplatte erhielt als Überdeckung eine Trennschicht aus Pappe, auf welche die Mitarbeiter der

Heizungsbaufirma Thiele WKT die cuprotherm-Rasterfolie legten. Anschließend installierten die

Handwerker die blanken cuprotherm-Kupferrohre nach einem exakten Verlegeplan. Auf das cuprotherm-

System wurden schließlich die in diesem Objekt gewünschten zwei Schichten Gussasphalt aufgetragen,

mit Wasserwaagen-Setzlatten glatt gestrichen und mit Quarzsand abgezogen. Damit die

besondere Gussasphalt-Optik des Fußbodens zur Geltung kommt, versiegelten die Mitarbeiter des

ausführenden Unternehmens Asphaltbau Schleiz GmbH die Oberfläche mit einer Emulsionsbeschichtung.

Die Technische Universität Ilmenau

Die Technische Universität Ilmenau blickt auf eine über hundertjährige Tradition in der Ingenieurausbildung

zurück, die mit der Eröffnung der privaten Bildungseinrichtung "Thüringer Technikum" im Jahr

1894 begann. Ausgelöst wurde die Gründung durch den Aufschwung der Elektrizität im 19. Jahrhundert.

Das Ausbildungsspektrum umfasste Elektrotechnik, Maschinenbau, Automobil- und Flugzeugbau,

Brückenbau sowie Rundfunktechnik. 1947 wurde die Einrichtung verstaatlicht und hieß ab 1950

"Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau". Die akademische Ausbildung von Diplom-

Ingenieuren wurde mit der Gründung der Hochschule für Elektrotechnik im Jahr 1953 aufgenommen.

1963 erhielt die Einrichtung den Status einer Technischen Hochschule. Im Zuge der Wende 1989/90

wurde die Hochschule grundlegend neu organisiert und zur Technischen Universität ernannt. Die drei

Schwerpunkte der heutigen Ausbildung sind die Bereiche Technik, Wirtschaft und Medien. Die Lehrund

Forschungskompetenzen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften wurden durch eine interdisziplinäre

Medienausbildung ergänzt. Die Ilmenauer Studienangebote zeichnen sich aus durch einen

hohen Praxisbezug, fachübergreifende Lehrinhalte, in das Studium integrierte Praktika und durch den

Einsatz neuer Medien. Hierzu gehört unter anderem das "Kompetenzzentrum für eLearning-Dienste".

An den fünf Fakultäten der TU Ilmenau sind im Moment ca. 6.900 Studierende eingeschrieben.

Im Bericht erwähnte Firmen:

- Technische Universität (TU) Ilmenau, 98693 Ilmenau (www.tu-ilmenau)

- Thiele WKT GmbH, 99958 Gräfentonna

- IBA Ingenieurbüro Bau und Ausrüstungen GmbH, 07743 Jena (www.iba-jena.de)

- Asphaltbau Schleiz GmbH, 07907 Schleiz (www.asphaltbau-schleiz.de)