Neubau von Bürohäusern in Kerpen

Strahlungswärme bevorzugt

Viergeschossige Bürohochhäuser bilden ein neues Ensemble mitten in Kerpen.

Attraktiv ist nicht nur der Standort, auch die technische Ausstattung schafft im Innenraum ein Wohlfühlklima: Mit Strahlungswärme sorgt eine Flächentemperierung für hohen Wärmekomfort bei gleichzeitiger Energieeffizienz."Arbeiten im Grünen": So wirbt der Projektträger der "Tanzenden Stadthäuser" in Kerpen, einem Gebäudeensemble aus fünf viergeschossigen Bürohäusern. Man könnte einen solchen Standort eher am Stadtrand vermuten, aber das Bauvorhaben befindet sich in 1A-Innenstadtlage direkt gegenüber vom Kerpener Rathaus. Ermöglicht wurde dies durch den Abriss eines alten Schwimmbads aus den siebziger Jahren, der eine Neubebauung an zentraler Stelle erlaubte. Fünf von insgesamt acht Gebäuden stehen bereits und bilden ein L-förmiges Ensemble. Drei weitere kommen noch dazu, sodass sich bei Projektabschluss ein U-Grundriss ergeben wird. Als Hauptmieter belegt das Jobcenter Kerpen insgesamt drei der fünf Neubauten.

Trotz ihrer massiven Beton- und Mauerwerkskonstruktion strahlen die neu errichteten Bürogebäude eine gewisse Leichtigkeit aus. Dafür sorgen zum einen die großen bodentiefen Fenster und der freundliche, türkis-sandfarbene Außenanstrich. Zum anderen wurden die Häuser im Grundriss leicht verdreht zueinander angeordnet und mit Glas-Stahl-Konstruktionen baulich verbunden. So entsteht der Eindruck "tanzender Häuser", zugleich auch Name des Ensembles. Die Leichtigkeit und Großzügigkeit setzt sich im Interieur fort – nicht zuletzt dank der Fußbodenheizung, die neben Energieeffizienz und Komfortgründen auch aus architektonischen Gesichtspunkten ausgewählt wurde. Denn durch ihre "Unsichtbarkeit" ermöglicht sie weitgehende Gestaltungsfreiheit ohne störende Heizkörper.

Ressourcenschonend temperieren

Was die technischen Planungsaspekte betrifft, erfüllt die Flächenheizung alle Anforderungen an eine moderne Raumtemperierung. "Ursprünglich war der Einsatz von Wärmepumpentechnik geplant, womit die Flächenheizung als Niedertemperatursystemja grundsätzlich sehr gut harmoniert", so Architekt Alexander Laufs vom Architekturbüro Wilberg. Nach diversen Abwägungen entschied sich das Planungsteam schließlich doch für Gas-Brennwert-Technik, die dank der geringen Vorlauftemperaturen der Fußbodenheizung von maximal 35 °C ebenfalls ressourcenschonend temperiert. Die fünf Gebäude mit insgesamt rund 4.100 m² Nutzfläche werden von zwei Gasthermen mit 90 und 120 kW Leistung ausschließlich über die Fußbodenheizung auf Temperatur gebracht. Die mäanderförmig verlegten Kupferrohrleitungen der Marke cuprotherm CTX sorgen dabei mit einer Rohrlänge von insgesamt fast 15.000 m in drei Neubauten für eine sehr gleichmäßige Beheizung der Büroräume, die einzeln über Wandtableaus separat angesteuert werden können.

Dünnschicht-Fußbodenaufbau

Neben der Energieeffizienz spielten auch brandschutztechnische Überlegungen eine Rolle, berichtet der Architekt Alexander Laufs. "Die Perforierung der Zwischendecken für den Vor- und Rücklauf, wie das bei Konvektorenheizkörpern nötig gewesen wäre, ist hier ausgeblieben. Dadurch konnten wir die Decken mit dem Brandschutzstandard F90 umsetzen". Das cuprotherm-Flächenheizsystem kam in Verbindung mit einem Nassestrich-Bodenaufbau zur Anwendung, ausgeführt vom Heizungsbauunternehmen Kaltenberg + Mehmedagic GbR. Im Vorfeld der Verlegung wurde zunächst ein Niveauausgleich, wie in DIN 18202 beschrieben, durchgeführt, da der Boden deutliche Unebenheiten aufgewiesen hat. Dank der Dünnschicht-Lösung "cuprotherm ekoBoden" – im Bestandsbau vielfach bewährt – konnte die Fußbodenheizung mühelos in die Fußbodenkonstruktion integriert werden. Bei nur 33 mm Aufbauhöhe und 52 kg Estrichmasse pro Quadratmeter bringt die Dünnschichtlösung auch deutlich weniger Feuchtigkeit in den Baukörper ein, ist schnell begehbar und entsprechend früh belastbar. Das Funktionsheizen kann bereits nach wenigen Tagen erfolgen; der Inbetriebnahmezeitraum wird deutlich verkürzt. Diese neue Variante "cuprotherm ekoBoden" von den Wieland-Werken inklusive Entkopplungsmatte war laut Architekt die einzige technische Lösung auf dem Markt, die aufgrund der bauplanerischen Auflagen in Frage kam. "Denn nach der Estrichnorm hätten wir die Mindestdicke unterschritten. Hier kam zum Tragen, dass Wieland die Gewährleistung für den gesamten Fußbodenaufbau übernimmt – das war ausschlaggebend für die Beauftragung", so der Architekt.

Als Basis dienen dabei zwei Dämmschichten, Trittschall- sowie Wärmedämmung, auf welche eine spezielle Noppenplatte und die Rohrleitungen montiert wurden. Das flexible Kupferrohr cuprotherm CTX mit fest haftender Ummantelung lässt sich hierbei viel einfacher und schneller installieren als bei klassischer Rollenware üblich. Eine konventionelle Estrichschicht überdeckt die Installation, es sind keine teuren Spachtelmassen notwendig, sondern einfacher Zementestrich. Zwischen Estrich und Oberbelag kommt eine auf die Anforderungen abgestimmte Entkopplungsmatte zum Einsatz. Die Fußbodenheizung mit dauerhaft sauerstoffdiffusionsdichten Kupferrohren ermöglicht eine energieeffiziente Beheizung bei gleichzeitig maximalem Wärmekomfort.

Fazit:

"Wir entschieden uns ganz bewusst für diese Art der Temperierung, denn die Wärme wird dort erzeugt, wo wir sie benötigen – direkt an den Arbeitsplätzen", stellt Alexander Laufs den Vorzug der Flächentemperierung heraus. Durch die für Fußbodenheizungen typische Strahlungswärme, die vom Menschen sehr angenehm empfunden wird, trägt das Flächenheizsystem von Wieland zu einem guten Raumklima bei.

Objekt: Bürohochhäuser "Tanzende Häuser", Kerpen
Bauherr: Tanzende Stadthäuser GbR, Kerpen
Architekt: Wilberg GmbH, Architekten und Ingenieure, Köln
Installation Heizungssystem: Kaltenberg + Mehmedagic GbR, Elsdorf-Berrendorf