Gasanwendungen

SANCO- und WICU-Rohre dürfen für Stadt- und Erdgas eingesetzt werden. Sie sind vom DVGW für diesen Anwendungsbereich zugelassen und tragen daher das DVGW-Prüfzeichen. Sofern besondere Anforderungen an den äußeren Korrosionsschutz der Rohrleitungen bestehen, empfehlen wir den Einsatz von WICU-Rohren mit dem äußeren Schutzmantel. WICU-Rohre erfüllen die Anforderungen an den äußeren Korrosionsschutz nach DIN 30672 Teil 1. Verbindungsstellen sind mit geeigneten Korrosionsschutzbinden oder entsprechend zugelassenen Schrumpfschläuchen nachzuisolieren. Hartlöten und Pressen sind zugelassene, nicht lösbare Verbindungstechniken. Stützhülsen sind auch bei weichen Ringrohren für das Pressen nicht erforderlich.

Das Kaltbiegen von Kupferrohren für die Gasinstallation ist zulässig. Zum Biegen sind geeignete Biegegeräte zu verwenden, mit denen die Mindestbiegeradien nach DIN EN 1057 und DVGW-Arbeitsblatt (Anhang zu GW 392) eingehalten werden.

  • Medizinische Druckluft

    Die Verwendung von Kupferleitungen in zentralen medizinischen und technischen Gasversorgungsanlagen in Krankenhäusern oder Kliniken ist die Regel. Kupfer erfüllt in besonderem Maße die hohen Ansprüche, die an Werkstoffe in diesem Einsatzbereich gestellt werden. Die bakteriostatischen Eigenschaften des Kupfers in Verbindung mit der rationellen und bewährten Installationstechnik begründen den bevorzugten Einsatz. Die Verwendung von Kupferrohren in medizinischen Versorgungseinheiten wird außerdem in DIN EN 737–3 (Rohrleitungssysteme für medizinische Gase) und DIN EN ISO 11197 (Medizinische Versorgungseinheiten) dringend empfohlen.

  • Betriebliche Druckluft

    So genannte „betriebliche Druckluft“, z. B. zur Versorgung von druckluftbetriebenen Werkzeugen, kann beispielsweise einen bestimmten Drucktaupunkt erreichen oder muss einen vorgeschriebenen maximalen Ölgehalt einhalten. Darüber hinaus werden an betriebliche Druckluft in der Regel keine weitergehenden Anforderungen gestellt. Weiterhin werden für betriebliche Druckluft in der Regel keine Filter eingesetzt, da die Anforderungen an die Reinheit meist gering sind und Filter aufgrund der hohen Druckverluste nur dort eingesetzt werden sollten, wo die dadurch erzeugte hohe Druckluftqualität auch tatsächlich benötigt wird.

  • Technische Gase

    Rohrleitungen für die hier behandelten technischen Gase dürfen nur aus metallenen Werkstoffen bestehen. Gleichzeitig bestehen die unterschiedlichsten Anforderungen hinsichtlich der Gasarten, deren Verwendung oder deren Reinheit.

    Da keine eigenständige Norm für Kupferrohre für Industrie– oder Laborgase existiert und eine Erstellung in absehbarer Zeit auch nicht geplant ist, werden hier die Normen verwandter Einsatzgebiete angewendet, um Bestell- und Lieferanforderungen festzulegen. Diese Vorgehensweise hat sich seit Jahren bewährt.

    Sofern die verwendeten Laborgase z. B. als Transportmittel für dampf- oder gasförmige Proben in hochgenauen Analyse-Messgeräten zum Einsatz kommen, muss die Eignung der verwendeten Rohre durch den Hersteller gesondert bestätigt werden. Eine solche Situation ist aber nur in den seltensten Fällen gegeben.

  • Flüssiggas

    Als Flüssiggas werden die in der 3. Gasfamilie zusammengefassten Gase Propan und Butan bezeichnet. Die Nutzung von Flüssiggas erfolgt überwiegend im privaten Bereich für Heizung und Warmwasserbereitung (Propan und zu geringem Teil in industriellen Anwendungen (Butan).

    Für die Flüssiggasinstallation haben sich Kupferleitungen besonders bewährt. Sie sind daher bevorzugt einzusetzen. Für die Erd-und Außenverlegung ist werkseitig ummanteltes WICU-Rohr zu verwenden.

    Anlagen für Flüssiggas sind entsprechend den Anforderungen aus den TRF zu erstellen. Für die Installation von Flüssiggasanlagen haben sich Kupferrohre gut bewährt und sollten deshalb bevorzugt eingesetzt werden (Quelle: Das Flüssiggas-Handbuch). Der Gütenachweis für die in Flüssiggasanlagen einzusetzenden Kupferrohre ist dann erbracht, wenn die Rohre durch den Hersteller mit dem Gütezeichen der Gütegemeinschaft Kupferrohre RAL gekennzeichnet sind. Wieland-SANCO und -WICU-Rohre sind mit diesem Gütezeichen gekennzeichnet und dürfen für Flüssiggasanlagen entsprechend der vorliegenden Druckstufe und in den entsprechenden Durchmessern eingesetzt werden. Wenn Rohrleitungen größer DN 100 vorhanden sind und der Betriebsdruck mehr als 0,1 bar beträgt, ist zusätzlich bereits bei der Bestellung ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1.B nach DIN-EN 10204 anzufordern. Für Flüssiggasleitungen unter Putz oder erdgedeckt dürfen WICU-Rohre mit Stegmantel gesetzt werden.